Im Kalender von Julia Kohlmann dürfte der 31. März 2012 noch tiefrot angestrichen sein. Es war der Tag, an dem sie ihr bisher bestes Bundesligaspiel ablieferte. Mit 19 Punkten bei toller Quote aus dem Feld (7/9), darunter fünf Dreipunktewürfe bei sechs Versuchen, hatte sie maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Playoff-Auftakt der Lions Lions. Es darf zumindest bezweifelt werden, ob der unglaubliche Lauf der Hallenserinnen durch die Meisterschaftsendrunde ebenso stattgefunden hätte, wenn diese erste Partie beim Hauptrundenvize Rhein-Main Baskets verloren gegangen wäre. Möglicherweise hätte man ohne Heimvorteil wie in den Vorjahren schon in der ersten Runde die Segel streichen müssen.
Dass alles anders kam, hing mit einer deutlichen Steigerung des gesamten Teams in den Playoffs zusammen. Julia Kohlmann ist gewissermaßen das Gesicht dieser Leistungsexplosion zur richtigen Zeit. „Jule“ schraubte ihren Punkteschnitt in den neun Endrundenspielen der Lions von 2,6 (Hauptrunde) auf 8,2. Ihre Feldwurfquote verbesserte sie von 31 auf 45 Prozent. Selbst im Finale um die deutsche Meisterschaft konnte sie noch einmal zweistellig punkten (14 Punkte in Spiel 2 der Serie).
Dieser Leistungssprung blieb natürlich auch ihrem neuen Trainer Patrick Bär nicht verborgen, der über die Aufbau-/Flügelspielerin sagt: „Jule hat mich in der letzten Playoff-Serie mit ihrer positiv-emotionalen Art begeistert. Sie hat in der vergangenen Saison ihre Chance genutzt, hart an sich gearbeitet und konnte sich selbst schließlich mit tollen Auftritten belohnen. Ihre große Stärke ist der Distanzwurf und ich bin mir sicher, dass sie an die Entwicklung des letzten Jahres anknüpfen kann.“
Das strebt auch das SV Halle-Eigengewächs selbst an. Sportlich will sie versuchen, den Schwung der zurückliegenden Playoffs mit in die neue Spielserie zu nehmen. Aber auch abseits des Feldes will sie sich stabilisieren. Die 20jährige hat eine Berufsausbildung begonnen und sich mit dem Dreijahresvertrag klar zu den Lions bekannt. Kohlmann begründet ihre Entscheidung so: „Halle ist meine Heimatstadt. Hier habe ich ein vertrautes Umfeld. Hinzu kommt, dass man in Halle optimale Bedingungen hat, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Der Mix aus jungen deutschen Spielerinnen und erfahrenen Profispielerinnen gefällt mir sehr und ich freue mich riesig, zukünftig unter Patrick Bär zu trainieren.“
Julia Kohlmann ist nach Christa Schnorr, Julia Gaudermann und Trainer Patrick Bär die Vierte im Bunde, die sich für mehrere Jahre zum Basketballstandort Halle bekennt.