Cornelia Demuth (rechts) jubelt über den Finaleinzug. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Der Besuch bei einem Reise-Unternehmen war hoffnungsvoll. Vielleicht gibt es auch einen zweiten Kleinbus für die Reisen zu den Finalspielen nach Wolfenbüttel kostenlos. Cornelia Demuth, die Chefin des Trägervereins der Lions, ist zufrieden. Da bahnt sich eine Kooperation an.
Seit Jahren besorgt Demuth die Sponsoren für das Frauen-Basketball-Team. Jetzt, da es für Furore sorgt, sogar der Titel möglich scheint, wird die harte Klinkenputzerei einfacher. "Durch den Erfolg öffnen sich gerade Türen nicht nur einen spaltbreit", sagt sie. "Man hat dank der sportlichen Leistungen der Mädels öfter das Gefühl, dass man landen kann."Und trotzdem: Ein Selbstläufer ist die Sponsorensuche deshalb noch lange nicht. 20 000 Euro kosten die Playoff-Zusatzschichten, weil Verträge mit den Profis und für deren Mietwohnungen sowie deren Autos verlängert werden mussten, weil die Auswärts-Fahrten bezahlt sein wollen und, und. "Derzeit sind wir noch nicht im grünen Bereich, aber ich hoffe, dass wir die Saison mit einer rot-grünen Null beenden können", sagt Cornelia Demuth. Die Beiträge für die Berufsgenossenschaft, die 31,8 Prozent des jeweiligen Gehalts der vier Profis Tamara Tatham, Ashley Ellis-Milan, Daphanie Kennedy und Michaela Abelova betragen, sollen deshalb erst in der kommenden Saison bezahlt werden.
Für diese neue Serie hat Cornelia Demuth schon einmal den Etat hochgerechnet: "Er wird wieder bei 180 000 Euro liegen. Auf jeden Fall. Ich hoffe, wir können noch etwas draufpacken", sagt sie voller Optimismus. Trotzdem würden die Lions damit im Vergleich zu anderen Klubs im unteren Bereich der Finanzkraft-Skala bleiben.
Dabei gibt es gerade schlechte Nachrichten: Trikotsponsor Mitgas, der jährlich etwa 10 000 Euro gezahlt hat, steigt aus. Demuth: "Das wurde uns vor einigen Wochen mitgeteilt, das Unternehmen will sich anderswo stärker engagieren." Mitgas wird beim MBC in Weißenfels noch größer einsteigen. Erstklassiger Männer-Basketball, und es sieht ja nach einem Aufstieg der Weißenfelser aus, "ist halt immer noch attraktiver". Auch Dow Chemical, ein weiterer Großsponsor, will sein Engagement bei den Lions einstellen. "Aber da gibt es noch Gespräche. Es bleibt Hoffnung", sagt Demuth und klingt dabei doch ernüchtert. Die Rückschläge tun weh. "Doch es bahnt sich an, dass wir Ersatz finden", meint sie dann wieder kämpferisch. Gleichzeitig haben sich Unternehmen bereiterklärt, deutschen Spielerinnen einen Job oder eine Ausbildung zu geben. "Alle, die uns weiterhin unterstützen, tun das mit großem Enthusiasmus", betont Demuth.
Als großes Manko bei der Sponsorensuche erweist sich die Burghalle. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Basketball-Liga dürfen die Lions in der kleinen, maroden Halle Bundesliga spielen. Offiziell passen nur 300 Zuschauer rein, an sich sind 1 000 Plätze vorgeschrieben. Es gibt zudem keine Parkplätze. Das Paket lässt sich schlecht vermarkten. In die Brandbergehalle auszuweichen, diese Alternative lehnen die Lions ab, dort kommt keine Stimmung auf. "Hoffentlich wird es noch etwas mit der neuen Ballsporthalle", sagt Cornelia Demuth in Erinnerung an einen Stadtratsbeschluss. Der sah vor, dass im Zuge des Baus des Erdgas-Sportparks auch eine solche Arena für 1 500 Zuschauer entstehen soll. Den Beschluss gibt es noch, allerdings tut sich nichts. Und wenn bis Jahresende nicht mit dem Bau begonnen wird, könnten Fördergelder verfallen. Scheitert der Neubauplan, wäre das auch ein Schlag ins Kontor beim Bestreben der Basketballer, in den Status eines Bundesstützpunkt erhoben zu werden. Schließlich soll unter dem neuen Coach Patrick Bär die Nachwuchsarbeit angekurbelt werden.