Ein Basketballer dribbelt während eines Spiels mit dem Spielgerät. (FOTO: ARCHIV/DPA)
Training musste sein. Da kannte Martin Dornhoff auch am Freitag kein Pardon. Doch ab Mittag durften die Basketballerinnen des SV Halle dann doch ein paar freie Stunden genießen, damit sie den Kopf für das zweite Playoff-Spiel des Meisterschafts-Viertelfinals gegen die Rhein-Main Baskets (18 Uhr, Burghalle) frei bekommen. Michaela Abelova und ihr Fußballer-Freund, der beim FSV Zwickau unter Vertrag ist, trafen sich zum Essen mit HFC-Kicker Jan Benes. "Da konnten wir mal alle auf tschechisch über alles mögliche reden", sagt die Slowakin über die Plauderstunden der drei Sportler, deren Vereine gerade in den verschiedensten Ligen für Furore sorgen. Doch: So rosig die Perspektiven - erreicht ist noch nichts.
"Ich bin gewarnt", sagt Michaela Abelova, auf das Rückspiel gegen Rhein-Main angesprochen, trotz des vorangegangenen 91:86-Sieges, und obwohl ein Heimerfolg schon das Halbfinale bedeuten würde. "Es könnte sein, dass einige von uns übermotiviert in das Duell gehen. Das darf nicht passieren, dann läuft nämlich nicht viel zusammen." Auf ein Entscheidungsspiel am Ostermontag in Langen, dazu käme es im Fall einer Niederlage, hat niemand bei den Lions Lust. Doch die Gäste reisen an, um genau dies zu erzwingen. "Wir wollen im Rennen um die Meisterschaft bleiben. Wir sind voll motiviert. Für uns spricht, dass wir nichts mehr zu verlieren haben", sagt Anna-Lisa Rexroth, im ersten Spiel mit 20 Punkten beste Werferin des Rhein-Main-Teams.
Abelova will helfen, den Rexroth-Plan zu durchkreuzen. Sie ist besonders angestachelt. "Ich bin bisher immer in der ersten Runde der Playoffs ausgeschieden. Das soll nicht wieder passieren, so habe ich es mir schon vor Saisonbeginn geschworen", sagt der Kapitän der Lions. 2009, bevor die heute 25-Jährige beim SV anheuerte, stand Halle letztmals im Halbfinale. Aus dieser Mannschaft sind übrigens Tamara Tatham und Nadja Prötzig am Samstag wieder dabei.
Abelova denkt derweil schon über ihre Zukunft nach. "Ich laufe davon" singt jemand zu ihrer Handy-Melodie. "Nein, nein", lacht die 25-Jährige, "das ist keine Botschaft. Ich bin noch nie vor etwas weggelaufen. Das Lied habe ich mir per SMS hochgeladen, ohne es zu kennen", sagt sie. Doch bekannt ist, dass sie zuletzt unzufrieden war. Bei Martin Dornhoff wurde sie Opfer des Systems, bekam für ihre Verhältnisse wenig Einsatzzeiten und hörte sich andere Angebote an. Auch vom SV hat sie eines. Und sie sagt: "Ich würde gern bleiben und hier in Halle meine definitiv letzte Saison in Deutschland spielen. Die Stadt ist inzwischen meine zweite Heimat geworden." Doch die Verhandlungen - in alle Richtungen - liegen derzeit auf Eis. "Ich habe auch meinem Berater gesagt, dass ich mich erst einmal auf die Meisterschaft konzentrieren möchte. Danach wird wieder geredet."