Basketball: Lions-Talente rücken in den Fokus des Bundestrainers

02.05.2012 21:19 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 21:28 Uhr
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Andreas Wagner (rechts) und Patrick Bär

Bundestrainer Andreas Wagner (rechts) und Patrick Bär (FOTO: LÖFFLER)

Von Christoph Karpe
Basketball-Bundestrainer Andreas Wagner hat das zweite Finalspiel der Lions gesehen und fand die Leistung in Halbzeit eins herausragend.
Halle (Saale)/MZ. 

Selbst einen Tag später stand Andreas Wagner noch unter dem Eindruck des Gesehenen. Der Faszination dieses zweiten Finalspiels um die Meisterschaft im Frauen-Basketball konnte sich auch der Bundestrainer nicht entziehen. "Halle hat eine herausragende erste Halbzeit gezeigt und Wolfenbüttel an die Wand gespielt. Das war intensiv und hochklassig", sagte der 35-Jährige, der einst Männer-Bundesligist Bayreuth gecoacht hatte und nun für das A-Team der Damen zuständig ist.

Weil in Wolfenbüttel mit Charmaine Callahan, Katharina Fikiel und Roli-Ann Haldin gleich drei Spielerinnen aus seiner Nationalmannschaft unter Vertrag sind, die im Sommer die EM-Qualifikation packen soll, ließ er sich dieses Duell in Halle natürlich nicht nehmen. Und nach dem phasenweise beeindruckenden 93:84 (49:32)-Triumph der Lions musste er resümieren: "Auch meine Nationalspielerinnen hatten wie ihre Wolfenbütteler Mannschaft einen schwachen Tag." Ganze 17 Zähler brachte das Trio zustande.

Begeistert war Andreas Wagner dagegen von Julia Kohlmann und Laura Hebecker, die zum deutschen U-20-Team gehören und gemeinsam 25 Punkte schafften. Also war er direkt nach der Schlusssirene auf das Duo zugesteuert. "Ich haben ihnen zu ihren wirklich tollen Leistungen gratuliert", sagte er. Allerdings fände er es falsch, die zwei "jetzt zu sehr hochzujubeln". Und so spielen sie in seinen aktuellen Überlegungen für die Auswahl noch keine Rolle: "Eine Berufung schon in diesem Jahr käme für beide wohl noch zu früh. Laura Hebecker ist aber bereits im erweiterten Kader."

Gleichsam lobt er die "herausragende Arbeit, die Halle gerade im Nachwuchsbereich leistet". Und: "Ich freue mich einfach, dass sich viele junge deutsche Spielerinnen über die Maßen in dieser Saison entwickelt haben und dies auch jetzt noch mit tollen Leistungen bestätigen." Martin Dornhoff, den Lions-Trainer, hält er sowieso für einen ausgezeichneten Coach. Und dessen Nachfolger Patrick Bär, sein guter Freund und gleichzeitig Coach der deutschen U-18-Auswahl, sei "absolut der richtige Mann für das Gesamtprogramm in Halle. Er kann junge Spielerinnen bestens weiterentwickeln. Die Lions hätten keine bessere Wahl treffen können. Bär ist super engagiert und hat in Nördlingen bei Donau-Ries Hervorragendes geleistet."

Doch die Zukunft der Lions interessiert dieser Tage nur Konzeptionisten. Das Tagesgeschäft wird von der Frage beherrscht: Kann Halle auch Meister werden? "In dieser verrückten Saison ist es schwer, eine Prognose zu treffen. Einmal mehr Heimrecht im Modus Best of Five spricht für Wolfenbüttel. Halle muss es einfach gelingen, dort ein Spiel zu klauen - mit so einer Leistung wie am Dienstag ist das möglich", sagt Wagner mit Blick auf Duell drei am Sonnabend. Dann lägen alle Vorteile bei den Lions. "In dieser unglaublich großartigen Atmosphäre, wie ich sie in der Burghalle erlebt habe, würde es dann ganz schwer für Wolfenbüttel, den Spieß noch umzudrehen."

Weitere Infos zu den Basketballerinnen: www.mz-web.de/lions