Tamara Tatham war im ersten Finalspiel die beste Werferin für die SV Halle Lions. (FOTO: ANDREAS WEISE)
Nach der Schlusssirene versammelte Martin Dornhoff seine Spielerinnen vor der Ersatzbank zu einem Kreis. 54:61 hatten seine SV Halle Lions gerade ihr erstes Final-Playoff-Spiel beim BV Wolfenbüttel verloren, sind also im Kampf im die Basketball-Meisterschaft erst einmal im Hintertreffen. Ringsum schaute der Trainer in dementsprechend traurige Gesichter.
Doch die letzten Worte sind ein Ritual - auch in der Niederlage, da gibt es kein Verkriechen. Und Dornhoff gab sofort den Motivator: "Ich habe ihnen gesagt, dass es keinen Grund gibt, jetzt die Flinte ins Korn zu werfen und habe das Positive des Spiels herausgestrichen: Wir waren lange Zeit dran. Nur Kleinigkeiten haben gegen uns den Ausschlag gegeben. Dieser Gegner ist zu bezwingen", erklärte der 67-Jährige wenig später. Doch er wusste in dem Moment auch: "Wolfenbüttel ist jetzt erst einmal in einem psychologischen Hoch."
Da galt es, in den eigenen Reihen dagegen zu steuern, das Erlebte schnell zu verarbeiten. Deshalb die Glaubt-an-euch-Ansprache. Und beim Auslaufen wenig später war Halles Star Tamara Tatham, die am Sonnabend 19 Punkte erzielt hatte, wieder gelassen: "Hey, wir spielen Best of Five. Da ist noch nichts verloren", sagte die Kanadierin. Die Chance zum Ausgleich in der Serie gibt es schon morgen, 18 Uhr, in der Burghalle in der Saalestadt.
Im Auftaktspiel lag Halle zunächst 5:2 in Führung, geriet dann aber schnell 9:17 ins Hintertreffen, weil Tatham die baumlange Katharina Fikiel (1,94 Meter) nicht stoppen konnte und die zunächst traf, wie sie wollte. Insgesamt kam sie auf 22 Punkte. Im zweiten Viertel stand es zwischenzeitlich 30:21, ehe sich die Lions herankämpften, angetrieben von Spielmacherin Daphanie Kennedy (18 Punkte): 33:29 stand es zur Pause.
Danach scheiterten die Gäste mehrmals beim Versuch, den Ausgleich zu erzielen. Als der dann sechs Minuten vor dem Ende beim 47:47 doch gelang, schien sich das Blatt zu wenden. Doch die Lions konnten das Momentum nicht nutzen. Auf 57:48 zog Wolfenbüttel davon. Die letzte Hoffnung starb, als bei 57:54 mehrere Drei-Punkte-Versuche scheiterten. Mit Freiwürfen machten die Wildcats den Sieg perfekt. "Wir haben auch Pech gehabt", sagte SV-Kapitän Michaela Abelova. Daraus wächst Hoffnung auf neues Glück.