Basketball: Tamara Tatham bleibt eine Löwin

16.07.2012 18:01 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 23:19 Uhr
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Daphanie Kennedy und Tamara Tatham (unten)

Die zwei Stars verstehen sich. Daphanie Kennedy hat Tamara Tatham fest im Griff - zumindest im Spaß. (FOTO: LÖFFLER)

Von CHRISTOPH KARPE
Trotz finanziell besserer Angebote hat sich Tamara Tatham, die Schlüsselspielerin des SV Halle, für eine weitere Saison bei den Lions entschieden. Die Centerin hat ihren Vertrag verlängert.
Halle (Saale)/MZ. 

Eine Diva genießt es, wenn alles nach ihrem Willen geschieht. Also hatte Tamara Tatham, die unter dem Ruf steht, durchaus eigen zu sein, zunächst einmal Bedingungen für eine Vertragsverlängerung gestellt. Und dann hat sie während der erfolgreichen Olympia-Qualifikation mit ihrem kanadischen Team aus der Ferne beobachtet, wie sich das Management der SV Halle Lions anstrengte, um ihre Wünsche zu erfüllen.

Etwas mehr Geld wollte die Extraklasse-Spielerin natürlich beim Basketball-Vizemeister verdienen. Schließlich hatte sie andere lukrative Angebote. Außerdem wollte sie eine Mannschaft um sich herum gebastelt sehen, die das Zeug hat, in der nächsten Saison vielleicht sogar den Titel zu gewinnen. Die Lions-Verantwortlichen drehten sich, um es dem Star recht zu machen - und das erfolgreich. Als dann nicht nur das Finanzielle klar war, sondern außerdem, dass Regisseurin Daphanie Kennedy nach Halle zurückkehren wird, stand auch für Tamara Tatham fest: Ich unterschreibe erneut. Jetzt ist es perfekt. Und Halles Basketball-Fans dürfen sich auf weitere grandiose Auftritte des Dream-Teams Tatham und Kennedy freuen.

"Ich freue mich schon darauf, wieder mit einer großartigen Aufbauspielerin zusammenzuspielen, die aus unserer guten Mannschaft eine Truppe macht, die es mit jedem Kontrahenten aufnehmen kann", sagt Tatham und macht keinen Hehl daraus, wie wichtig ihr ein erneutes Zusammenspiel mit dem amerikanischen Wirbelwind ist. "Jeder von uns wird zumindest sein Bestes für eine erneut herausragende Saison geben", verspricht sie via Lions-Homepage. Doch nicht nur das Sportliche zählte: "Es ist eine Rückkehr in eine vertraute und warmherzige Umgebung, in der ich mich einfach wohlfühle", sagte die 26-Jährige.

Wie wertvoll Tamara Tatham für die Lions ist, zeigt die Statistik der letzten Saison. Sie war die beste Punktesammlerin der Liga (21 im Schnitt pro Spiel), luchste ihren Gegnerinnen die meisten Bälle ab und war Zweitbeste bei den Ballgewinnen unter dem Korb (Durchschnitt 10,5). Kompletter geht es beinahe nicht. Die Ehrung als beste Spielerin der Liga in der vergangenen Spielzeit scheint ihr gewiss.

Kein Wunder also, dass auch Trainer Patrick Bär aufatmet: "In der abgelaufenen Saison hat Tamara die Liga auf der Center-Position mehr denn je bestimmt und die Maßstäbe gesetzt. Umso erfreulicher ist es, dass sie nach ihrer Olympiateilnahme zurück an die Saale kommt, um auch in der kommenden Spielzeit ihre Ausnahmeposition zu untermauern", sagte er.

Tatham freut sich derweil auf London und ihre ersten Sommerspiele: "Die Qualifikation war unglaublich emotional, jetzt erlebe ich meinen Kindheitstraum."

Der Kader der Lions ist inzwischen beinahe komplett. Was noch fehlt, ist eine ausländische Centerin. Ashley Ellis-Milan wird den Job aller Voraussicht nach nicht erneut bekommen. Sie punktete einfach zu schwach. "Bei der Besetzung der Position besteht kein Grund zu Aktionismus, erstklassige Amerikanerinnen gibt es einige auf dem Markt. Wir werden in Ruhe sichten, wer am besten zu uns passt", sagt Geschäftsführer Ralf Gonschorek. Und wer bezahlbar ist. Außerdem muss die Neue perfekt zu Tatham passen.

Das Saisoneröffnungsturnier findet in Marburg statt. Erster Gegner der Lions ist am 30. September Heli Donau-Ries, der Ex-Klub von Trainer Patrick Bär.