Blau-Weiss Dessau: Solaranlage steht wieder

11.05.2012 18:37 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 19:12 Uhr
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Ralph Hirsch (links) und Roland Jaesche

Ralph Hirsch (links) und Roland Jaesche begutachten die neue Solaranlage der SG Blau-Weiß. (FOTO: SEBASTIAN)

Von frank harnack
Der zweitgrößte Sportverein der Bauhausstadt Dessau hat die Schäden des Unwetters aus dem September 2011 endgültig beseitigen können. Die neue Solaranlage wurde am Freitag in Betrieb genommen.
dessau/MZ. 

Der Stolz auf das Erreichte ist Roland Jaesche anzusehen. Der Geschäftsführer der SG Blau-Weiß Dessau zeigt auf die neue Solaranlage, die am Freitag in Betrieb genommen wurde und dem zweitgrößten Sportverein der Stadt wieder die Warmwasseraufbereitung ermöglicht. "Wir haben es geschafft", sagt der 67-Jährige.

Rückblick: Am 11. September 2011 tobt ein Unwetter über Dessau, eine Windhose trifft mit voller Wucht das Vereinsgelände der SG Blau-Weiß an der Kreuzbergstraße. Das Ergebnis ist verheerend. Vom Wirtschaftsgebäude mit Duschen, technischen Räumen und Umkleidekabine wird das Dach schwer beschädigt, werden die Solarzellen förmlich weggepustet, Ballfangnetze zerfetzt, 60 Meter Zaun zerstört. "Als der Anruf kam, dachte ich, ich bekomme einen Herzinfarkt, mir war richtig schlecht", sagt Jaesche, der sofort zum Vereinsgelände eilte und wenigen Stunden nach der Katastrophe die ersten Rettungsmaßnahmen einleitet, um drohende Folgeschäden zu verhindern. Tags darauf lässt sich auch die Politik blicken, Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Klemens Koschig ist da, ebenso Innenminister Holger Stahlknecht, der Hilfe verspricht, Schulterklopfer verteilt. Auf diese Hilfe ist Blau-Weiß Dessau auch angewiesen, angesichts einer Schadenssumme von letztendlich 59 000 Euro.

Vom Land hat Blau-Weiß aber bis heute keinen Cent gesehen, was Jaesche ärgert. "Da kam nichts. Wir hätten den Schaden so lassen müssen, dann wäre eine Kommission zur Begutachtung gekommen - und dann hätten für 2012 einen Antrag stellen können", schüttelt er angesichts dieses Procedere den Kopf. Ein Ding der Unmöglichkeit. Das Wirtschaftsgebäude musste rasch wieder hergerichtet werden. Blau-Weiß musste auf Eigenmittel zurückgreifen, die der Verein erwirtschaftet hatte, die aber eigentlich für andere Dinge vorgesehen war.

Einen großen Anteil steuerte auch die Stadt bei Sportdirektor Ralph Hirsch, der im September 2011 noch vor allen Politikern vor Ort eintraf, checkte noch einmal sämtliche Haushaltsstellen im knapp bemessenen Sportetat, knappste hier was ab, kürzte dort etwas. 18 350 Euro kamen so mit Unterstützung der Stadtkämmerei zusammen. "Man kann doch solch einen Verein wie Blau-Weiß Dessau nicht einfach ohne Dach im Regen stehen lassen", sagt Hirsch und verweist dabei auf die gesellschaftliche Bedeutung, die Sportvereine allgemein und Blau-Weiß Dessau speziell haben.

"In Dessau-Roßlau gibt es 15 000 organisierte Sportler, dazu 5 000 Mitglieder in den Fitnessstudios und die vielen unabhängigen Freizeitsportler. Mehr als ein Drittel der Einwohner ist somit sportlich aktiv. Kein anderer Lebensbereich erreicht diese Dimension", unterstreicht der Sportdirektor, der es unglücklich findet, dass die entsprechenden Richtlinien des Landes für solch eine Notsituation "nicht flexibel genug sind" . So war Blau-Weiß gezwungen, sich vor allem selbst zu helfen. Grund genug, um auf das Geschaffene besonders stolz sein zu dürfen.