Der hallesche Boxer Kevin Künzel. (FOTO: MZ)
Sommer, Sonne, Strand - Kevin Künzel hat für drei Wochen den Boxring den Rücken gekehrt, um endlich einmal Seele und Beine baumeln zu lassen.
Nach einer atemberaubenden Saison mit Weltliga-Erfolgen und dem Sieg bei der deutschen Meisterschaft gönnt sich der 24-Jährige die kurze Auszeit, auch um sich auszukurieren. Bei seinem letzten internationalen Einsatz im Auswahltrikot, dem Round-Robin-Turnier im französischen Berck sur Mer, verletzte sich der Hallenser am Trommelfell.
"Das ist alles ausgestanden, Kevin musste nicht operiert werden. Nach seinem Urlaub wird er wieder voll einsteigen", sagt sein Heimtrainer Siegfried Vogelreuter und gibt Entwarnung. Bei dem Vier-Länder-Turnier in der Bretagne nach dem Modus jeder gegen jeden schlug Künzel erst den Lokalmatador Oliver Vautain in der zweiten Runde K.o., musste sich dann allerdings dem Europameister und diesjährigen Chemiepokalsieger Joe Ward aus Irland mit 5:12 Punkten geschlagen geben. Den dritten Kampf konnte er mit seinem lädierten Ohr dann nicht mehr bestreiten.
Mit dem alljährlichen Round-Robin-Turnier war erstmal Schluss für Künzel, denn für Olympia hat sich mit dem Berliner Enrico Kölling ein anderer Deutscher im Halbschwergewicht qualifiziert. In den Genuss des ihm vom Verband versprochenen Trostpflasters, dem Start bei der Militär-WM in Kasachstan, kam der Sportsoldat aber auch nicht. Diese wurde ganz gestrichen. Bedauerlich für Künzel, der sich da für höhere Aufgaben empfehlen wollte.
Nun muss er das auf das neue Wettkampfjahr verschieben. Im September beginnt die Saison mit den Landesmeisterschaften. Da Künzel als deutscher Meister für die nationalen Titelkämpfe gesetzt sein dürfte, kann er die Qualifikation auf Landes- und regionaler Ebene auslassen. Bleiben noch Bundes- und Weltliga. Wie es da konkret weitergeht, soll nach Olympia bekannt gegeben werden. Die regelmäßigen Abstecher in den Bundesstützpunkt Heidelberg will Künzel beibehalten. Dort kann er mit Auswahlkollegen trainieren.