DFB-Pokal: HFC hofft auf einen Geldregen

17.08.2012 21:47 Uhr | Aktualisiert 17.08.2012 22:52 Uhr
Nico Kanitz (l.) gerät im Pokalspiel 2010 mit Duisburgs Julian Koch aneinander. Ein Wiedersehen heute ist ausgeschlossen. Der Linksverteidiger des HFC ist rechtzeitig für die Partie fit, der Duisburger fällt dagegen nach einer Meniskus-Operation definitiv aus. (FOTO: IMAGO) 
Von Thomas Düll
Gut gelaunt stand Pierre Becken am Freitag am Rande des Trainingsplatzes, den linken Fuß fest in einer Schiene verpackt. Während seine Teamkollegen vom Halleschen FC beim Abschlusstraining in der nachmittäglichen Hitze schwitzten, hielt der langzeitverletzte Verteidiger unter seinem Arm schon das sonderangefertigte Trikot, das der HFC am Samstag im Pokalspiel gegen den MSV Duisburg tragen wird.
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Halle (Saale)/MZ. 

"Ich bin ja auch Teil der Mannschaft", sagte der 24-Jährige. Und wies damit unfreiwillig auf die Bedeutung dieser Partie hin.

Genug Geld für zwei Neue?

Die Verletzungssorgen der Hallenser sind hinlänglich bekannt. Hinzu kommt aber, dass sich die Ladehemmungen in der Offensive als weiteres Problem herausgestellt haben. Es ist eine Situation eingetreten, in der vorn wie hinten zusätzliches Personal guttäte. Doch Manager Ralph Kühne hat unlängst klargestellt, dass im Etat nur Geld für eine Option vorhanden sei. Und genau das könnte sich am Samstag entscheidend ändern.

Der DFB-Pokal ist für kleine Vereine ein Geldsegen. Der Vermarktungstopf garantiert in der ersten Runde 110 000 Euro. Die sind entsprechend schon verplant im HFC-Etat. Doch käme das Team unter die besten 32, würde eine weitere Finanzspritze winken. Der Einzug in die zweite Runde wird mit rund 250 000 Euro vergütet.

Richtig aus der Reserve locken lässt sich die sportliche Führung nicht. "Dass der DFB-Pokal eine gute Möglichkeit für den Verein ist, Geld zu verdienen, ist klar", gibt Trainer Sven Köhler zu. Und Präsident Michael Schädlich erklärt, dass im Falle des Erfolgs die derzeit vorhandenen "verhandlungsmäßig gesetzten Grenzen überschritten" werden könnten. Was nichts anderes heißt, als dass bei einem Sieg am Samstag auf einmal Geld für einen weiteren Spieler da wäre.

MSV steckt tief in der Krise

Ganz schlecht sind die Voraussetzungen dafür nicht. Zum einem hat sich die Personallage ein wenig entspannt. Toni Lindenhahn, Nico Kanitz und Patrick Mouaya meldeten sich am Freitag wieder fit, Torhüter Darko Horvat will am Samstag kurzfristig entscheiden, ob er trotz Kapselverletzung aufläuft. Zum anderen ist der MSV nicht mehr so übermächtig wie beim 0:3 im Pokal vor zwei Jahren. "Damals war Duisburg personell deutlich stärker als heute besetzt", sagt Köhler.

Sowohl der Trainer als auch Präsident Schädlich weisen darauf hin, dass mit dem MSV eine angezählte Mannschaft nach Halle kommt. Eine Mannschaft, für die es um sehr viel geht. Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart gab es zuletzt Drohanrufe, sogar Autos wurden zerkratzt. Der Trainer, Ex-Bundesliga-Torwart Oliver Reck, muss um seinen Job fürchten. Der MSV ist Tabellenletzter der zweiten Liga.

Von der Papierform her stehen die Chancen also gut. Und doch ist Michael Schädlich die Situation beim Gegner nicht geheuer. "Mir", sagt der HFC-Präsident, "wären entspannte Duisburger lieber."