Matthias Rath wird mit Totilas in München nicht an den Start gehen. (FOTO: DPA)
Mit einem Kurz-Programm zu Olympia: Dressur-Star Matthias Rath hält in den kommenden Wochen die Zügel kurz und macht sich mit seinem Millionenhengst Totilas vor den Spielen in London (27. Juli bis 12. August) rar. Die Teilnahme beim Turnier in München am Wochenende hat Rath abgesagt. Mit der Kritik an seinem Abreiten soll der Rückzug angeblich nichts zu tun haben. Rath will Totilas möglichst viel Schonzeit einräumen und zeigte sich zuletzt mit anderen Pferden. „Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich würde Totilas vernachlässigen“, schrieb der 27-Jährige auf seiner Internet-Seite und fügte an: „Die letzten zwei Wochen haben wir Toto ein wenig geschont. Aber wir merken auch, dass er buchstäblich darauf wartet, dass es wieder richtig los geht. Das ist eben Totilas! Er will immer alles geben ...“
Der nächste Start für Totilas ist bei den deutschen Meisterschaften Anfang Juni in Balve geplant. Dort muss er auch ran, um die Chance auf ein Olympia-Ticket zu wahren. Beim CHIO in Aachen einen Monat später ist Erscheinen ebenfalls Pflicht, ansonsten aber soll der zehn Jahre alte Hengst nur im Training bewegt werden und weiter als Deckhengst agieren. Nach dem guten Abschneiden beim bislang einzigen Start des Jahres Ende April in Hagen wurde das Programm geändert. „Das Turnier in Hagen war sportlich so erfolgreich, dass Totilas im Hinblick auf die Olympischen Spiele Zeit zur Erholung bekommt“, sagte Raths Manager Kai Meesters. In Hagen am Teutoburger Wald hatten Rath und Totilas Grand Prix und Kür mit persönlicher Bestleistung gewonnen. Allerdings erntete das Siegerpaar auch viel Kritik mit der Vorbereitung auf dem Abreiteplatz.
Rath setzte auffallend oft die so genannte Rollkur ein, bei der der Kopf des Pferdes nah an den Hals gezogen wird, um den Vierbeiner gefügiger zu machen. Der deutsche Verband FN distanzierte sich von dieser Art der Vorbereitung in deutlichen Worten. Rath verwies seinerseits auf die internationalen Regeln der Weltverbandes FEI, nach denen dieser Stil über einen gewissen Zeitraum erlaubt sei. Eine Umstellung der Trainingsmethode komme nicht in Frage. Rath werde nach wie vor entsprechend der klassischen deutschen Reitlehre trainieren, aber auch Aspekte der niederländischen Trainingsweise aufnehmen, die Totilas durch seine dortige Ausbildung gewohnt sei.
In München nahm man das Fernbleiben des Top-Stars gelassen zur Kenntnis. „Wir haben andere Stars wie Isabell Werth und Nadine Capellmann“, sagte Turniersprecherin Martina Scheuerpflug. Allerdings dürfte es nicht wieder ganz so voll werden wie im vergangenen Jahr, als 60.000 Zuschauer über alle Tage verteilt die Premiere von Rath mit Totilas auf der olympischen Anlage erlebten.