Kühnaus Chef Uwe Geyer zeigt es: Durch dieses Fenster sind die Diebe vermutlich eingestiegen. FOTO: SEBASTIAN
Wer die Täter waren? Uwe Geyer zuckt mit den Schultern. "Das wüsste ich auch gern." Eine Woche ist es jetzt her, dass den Vereinspräsident der SG Kühnau eine Hiobsbotschaft erreichte. In der Nacht vom 16. auf den 17. April hatten Einbrecher das Vereinsgelände der SGK in der Kühnauer Straße heimgesucht. Die Folgen haben den über 300 Mitglieder starken Verein hart getroffen. Nicht nur, dass eine komplette Videoausrüstung aus DVD-Player, Flachbildschirm und Beamer verschwand, es ist vor allem der Verlust des vereinseigenen Kleinbusses, der schmerzt. "Das tut richtig weh", sagt auch Handball-Abteilungsleiter und Trainer Marko Wallschläger, "dieser Bus war extrem wichtig."
Wie wichtig, das zeigte sich bereits am vergangenen Wochenende, als die B-Jugend des Vereins ein Spiel in Seehausen zu absolvieren hatte. "Es ist uns glücklicherweise gelungen, durch die Unterstützung eines Sponsors einen Ersatzbus aufzutreiben", sagt Uwe Geyer, "doch das war mit einem enormen Zeit- und Kraftaufwand verbunden." Die insgesamt zwölf Nachwuchsmannschaften des Vereins spielen teilweise in höheren überregionalen Ligen - da ist ein Kleinbus für die zahlreichen langen Auswärtsfahrten Gold wert. Die aber werden bis auf weiteres wieder mit Privatfahrzeugen zurückzulegen sein. "Einige Eltern haben uns schon Unterstützung zugesagt", freut sich Marko Wallschläger. Eine Dauerlösung aber kann das nicht sein. Noch dazu, wo der Bus auch dazu diente, Kinder aus der Schule oder dem Hort abzuholen und zu den Trainingseinheiten zu fahren. "Das geschieht ja meist zu Zeiten, zu denen die Eltern noch gar nicht können", so Wallschläger.
Das einzig Positive an dem Dilemma ist der Zeitpunkt, an dem es passierte. "Wenn man überhaupt von Glück sprechen kann, dann besteht es in dem Fakt, dass die Saison schon fast vorbei ist", meint Uwe Geyer. In zwei Wochen sind die letzten Saisonspiele absolviert, dann aber müssen die Verantwortlichen mit Hochdruck an einer Lösung arbeiten. "Natürlich sind wir versichert", sagt Uwe Geyer, "doch bis das gesamte Procedere nach so einem Diebstahl abgeschlossen ist, kann es dauern." Der Verein hat das Autohaus angefragt, ob zumindest die noch laufende Finanzierung ausgesetzt werden könnte. "Aber am Ende müssen wir froh sein, wenn wir dann plus minus null aus der Sache rauskommen", so Geyer. Einen neuen Bus aber hat man dann bei der SG Kühnau noch lange nicht. Am Mittwochabend wollen Vorstand und Sponsorenrat des Vereins zu einer gemeinsamen Sitzung zusammenkommen und die aktuelle Lage besprechen.
"Es schreit natürlich keiner Hurra", weiß Marko Wallschläger, "aber wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung finden." Vielleicht, so Uwe Geyer, "gibt es ja irgendwo einen günstigen, passenden Bus, der auf uns wartet." Auch die Stadt Dessau hat Unterstützung zugesagt. "So etwas ist ganz bitter für einen Verein, der 365 Tage im Jahr ehrenamtlich wie ein Löwe kämpft", sagt Sportdirektor Ralph Hirsch, "wir versuchen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu helfen." Den Gesamtschaden hat die Polizei mittlerweile mit rund 20 000 Euro beziffert. "Ein harter Schlag ins Kontor,", sagt Uwe Geyer, "das muss man erstmal alles verdauen."