Ein Eishockeyspieler der Saalebulls steht mit erhobener Kelle auf dem Eis. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Nach endlosen Telefonrunden zwischen Halle und Bad Tölz einigte man sich am Ende auf die scheinbar einfachste Lösung: Das zweite Spiel dieser Runde und damit die erste Heimpartie der Saale Bulls soll nun wie ursprünglich geplant am Freitag um 20 Uhr in der Volksbank-Arena beginnen.
Vorsorglich hatte der Vorstand der Saale Bulls schon am Wochenende bei der für die Playoff-Runde zuständigen Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft eine Vorverlegung des Spiels auf Donnerstag beantragt und dafür auch grünes Licht erhalten. Dann aber kam Vormittag die Absage aus Bad Tölz: "Wir können am Donnerstag nicht spielen, weil der größte Teil der Mannschaft aus ganz normalen Berufstätigen und Studenten besteht. Die bekommen so schnell nicht frei. Und mit einer Reservemannschaft brauchen wir gar nicht erst nach Halle zu fahren. Dafür steht zu viel auf dem Spiel", sagte Josef Hintermaier, der ehrenamtliche Vorsitzende aus Bad Tölz.
Die Saale Bulls orientierten sich dann wieder auf den ursprünglichen Freitag-Termin. Damit aber war zunächst die hausinterne Konfrontation mit den Veranstaltern des Nachwuchsturniers um den Ramada-Cup da. Die hatten die Volksbank-Arena für den Freitag bis weit nach Mitternacht angemietet. "Wir können nicht auf die Schnelle die 16 eingeladenen Mannschaften wieder ausladen", sagt Turnier-Manager Michael Rahn. Zwischenzeitlich drohte sogar die Absage des Turniers.
Der Vorstand der Saale Bulls bemühte sich, den Zündstoff aus dem hausinternen Interessenkonflikt zu nehmen: "Für den halleschen Eissport stellt diese Situation keine Wunschlösung und eine große Herausforderung dar. Beide Veranstaltungen sind Aushängeschilder und außergewöhnliche sportliche Highlights für die Stadt Halle und sollen ein voller Erfolg werden. Daran arbeiten wir mit aller Kraft gemeinsam", hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Nun wird daran gearbeitet, das Turnierprogramm zu straffen, schon ein paar Spiele auf den Freitagnachmittag vorzuverlegen und die Eröffnungsveranstaltung zu kürzen.
Zurück zum sportlichen Teil mit der ersten Auflage der Playoff-Duelle am Dienstag ab 19.30 Uhr in Bayern. Bad Tölz sieht sich dabei in einer klaren Favoritenrolle für diese Runde. Hintermaier: "Wir haben eine hungrige Mannschaft, die soll sich ihren Traum von der zweiten Liga erfüllen." Und er weist darauf, dass Bad Tölz ein ganzes Stück stärker als Füssen, der letzte Gegner der Saale Bulls, ist: "Wir haben in dieser Saison alle direkten Vergleiche gewonnen."
Den Traum von der zweiten Liga leben auch die Saale Bulls. Die bestreiten heute das 400. Spiel ihrer Vereinsgeschichte. Gegen Bad Tölz gab es bislang zwei Vergleiche und in der Oberliga-Saison 2007 / 08 höchst unterschiedliche Ergebnisse. In Halle gab es einen damals sensationell anmutenden 3:0-Erfolg, im Rückspiel mit 1:10 die bis heute höchste Niederlage der Vereinsgeschichte.