Eishockey: Aus der Traum

Uhr | Aktualisiert 01.04.2012 22:41 Uhr
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Ivan Kolozvary (r.)

Ivan Kolozvary (r.) gegen Bad Tölz' Keeper Andreas Jenike. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

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Der Aufstiegstraum der Saale Bulls ist ausgeträumt. Auch im dritten Halbfinalspiel unterlagen die Hallenser dem EC Bad Tölz. Vor über 3000 Zuschauern gewannen die Löwen mit 4:2.
Halle (Saale)/MZ. 

Es ist vorbei, die Eishockey-Saison 2011 / 12 ist Geschichte. Die Saale Bulls haben am Sonntag in Bad Tölz auch das dritte Spiel im Playoff-Halbfinale um den Aufstieg in die zweite Bundesliga verloren. Aber sie können stolz sein: Es war die beste und die mit Abstand erfolgreichste Spielzeit in ihrer erst achtjährigen Vereinsgeschichte. Nach der Meisterschaft in der Oberliga Ost und dem dritten Pokalsieg in Folge haben sie es im knüppelharten Aufstiegsrennen bis unter die letzten Vier geschafft.

"Es war eine geile Saison. Aber wenn man so weit gekommen ist, will man natürlich auch noch mehr. Im nächsten Jahr gibt es einen neuen Anlauf", sagte Saale Bulls-Präsident Daniel Mischner nach dem letzten Spiel in Bad Tölz. Und er freut sich schon auf den letzten offiziellen Termin in dieser Saison. Auf die große "Abtau-Party" am Freitag, den 13. April. Da wird die ganze Mannschaft noch einmal dabei sein und sich von den Fans bis zur neuen Saison im Herbst verabschieden.

Auch im letzten Spiel in Bad Tölz hatte die Mannschaft noch einmal alles versucht. Trainer Jiri Otoupalik griff vorher tief in die Trickkiste, stellte Robert Wolfermann ins Tor und formierte die erste Sturmreihe um. Es fehlten Sebastian Lehmann, der wegen seiner Match-Strafe aus dem Freitagspiel pausieren musste, und Florian Eichelkraut, der am Freitag verletzt vom Eis musste und mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma für zwei Wochen krank geschrieben ist. Dafür stürmten Kilian Glück und Kapitän Benjamin Thiede neben Ivan Kolozvary. Otoupalik ging Risiko und die Mannschaft mobilisierte die letzten Kräfte.

Im ersten Drittel gab es Chancenvorteile für die Saale Bulls, doch es ging mit einem 0:0 in die erste Pause. Dann kamen die Tölzer, die bis dahin nach einer kräftezehrenden Saison auch auf dem Zahnfleisch gingen. Aber die Bayern hatten halt die größere Routine und auch die entscheidende Portion Glück. Innerhalb von zehn Minuten schien in der mit 3 015 Zuschauern fast vollbesetzten Tölzer Eishalle alles entschieden. Yanick Dube, der 37 Jahre alte Deutsch-Kanadier in Tölzer Diensten, traf mit all seiner Schlitzohrigkeit zum 1:0. Für die weiteren Tore sorgten Yasin Ehliz und Dominik Walleitner. Wolfermann hielt, was zu halten war, bei allen drei Gegentreffern konnte er jedoch nichts ausrichten.

Es spricht für die Saale Bulls, dass sie trotz des nahezu aussichtslosen Rückstandes im letzten Drittel noch einmal alles versuchten und fast noch ein Wunder geschafft hätten. Thiede traf in der 44. Minuten zum 1:3, Kolozvary nur drei Minuten später zum 2:3-Anschlusstreffer. Kolozvary kam damit in den insgesamt sieben Playoff-Spielen auf 13 Scorerpunkte für Tore und Vorlagen und liegt damit in dieser Wertung gemeinsam mit Bransilav Rohanka aus Dortmund auf dem ersten Platz in dieser Wertung. Der in Bad Tölz pausierende Lehmann ist mit zwölf Punkten Dritter.

Am Ende reichte es nicht ganz. Tölz legte noch einmal einen Zahn zu und machte mit dem Tor von Christian Kolacny zum 4:2 nach 54 Minuten alles klar. Saale Bulls-Trainer Otoupalik holte in der letzten Minute noch Torwart Wolfermann vom Eis. Es half nichts mehr.

Für Präsident Daniel Mischner beginnen nun zwei Wochen anstrengende Schreibtischarbeit. Er muss die Verträge mit den Spielern für die kommende Saison unter Dach und Fach bringen. Bislang steht nur der Abgang von Torwart Lukas Steinhauer zum DEL-Team nach München fest. Eine neue Nummer eins soll noch in dieser Woche vorgestellt werden. Fast alle anderen Spieler haben signalisiert, sich einen Verbleib für eine weitere Saison in Halle vorstellen zu können. Spätestens zur "Abtau-Party" soll das Grundgerüst der Mannschaft für die neue Eishockey-Saison stehen.

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