Eishockey: Brechen die Saale Bulls jetzt auseinander?

20.06.2012 22:15 Uhr | Aktualisiert 20.06.2012 22:25 Uhr
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Saale Bulls

Nikolaus Meier (Mitte) jubelt mit Matthias Schubert (links) und Alexander Zille. Nur Zille ist noch in der aktuellen Mannschaft der Saale Bulls. (FOTO: ARCHIV/LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Nach Sebastian Lehmann und Kilian Glück kehrt nun also auch Nikolaus Meier den Saale Bulls den Rücken. Das ist die dritte, eigentlich unverzichtbare Stammkraft aus der Mannschaft, die im Frühjahr durch eine begeisternde Playoff-Runde den Eishockey-Standort Halle deutschlandweit bekannt gemacht hat.
Halle (Saale)/MZ. 

Der Nächste ist weg: Nach Sebastian Lehmann und Kilian Glück kehrt nun also auch Nikolaus Meier den Saale Bulls den Rücken. Das ist die dritte, eigentlich unverzichtbare Stammkraft aus der Mannschaft, die im Frühjahr durch eine begeisternde Playoff-Runde den Eishockey-Standort Halle an der Saale deutschlandweit bekannt gemacht hat. Aber ohne Lehmann, Glück, Meier und dazu auch ein Jahr lang ohne Matthias Schubert, der sich eine private Auszeit nimmt, ist das tatsächlich schon wieder Geschichte.

Es ehrt Nikolaus Meier, dass er keine schmutzige Wäsche wäscht, nicht gegen seinen ehemaligen Verein nachtritt. "Der Vorstand der Saale Bulls hatte mir schon im Januar einen neuen Vertrag angeboten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich darum gebeten, alle Gespräche auf Eis zu legen. Der sportliche Erfolg war mir wichtiger, über alles andere konnte man danach auch noch reden", sagt der Verteidiger, der in der einen Saison, die er in Halle war, sofort zum Publikumsliebling wurde.

Dann kam die Playoff-Runde und das Dilemma für alle künftigen Personalplanungen in Halle. Die wichtigen Spieler - also unter anderem Lehmann, Glück und Meier - fielen auch den Trainern der Konkurrenz auf. Vertragsangebote flatterten ins Haus.

So auch für Nikolaus Meier. "Ich habe lange überlegt, wohin mich mein künftiger Weg führt und mich dann aus sehr persönlichen Gründen für einen neuen Verein entschieden. Dort kann ich gleichzeitig eine Berufsausbildung beginnen. Außerdem bin ich nicht mehr so weit weg von meiner Freundin, die in Passau studiert", erzählt Meier.

Seinen neuen Verein gibt er noch nicht preis. Die Personalie soll noch in dieser Woche auf einer offiziellen Pressekonferenz verkündet werden. "Nur so viel, wir werden uns in Halle wohl viel schneller als gedacht bei einem Vorbereitungsspiel auf die neue Saison wiedersehen."

Dann aber sagt Meier eben doch Grundsätzliches zu seinem Verhältnis zu den Saale Bulls. "Ich habe eine Weile gebraucht, um mich in einer mir bis dahin völlig unbekannten Region zurechtzufinden. Aber dann empfand ich die Atmosphäre sehr schnell als saucool. Hier wurde Eishockey mit tollen Typen in der Mannschaft auf sehr hohem Niveau gespielt." Es klingt fast wie eine verspätete Liebeserklärung an den Verein. Die Sorge aber wurde immer größer, dass Eishockey auf diesem hohen Niveau künftig nicht mehr möglich sein könnte. "Ich habe gesehen, wie diese Erfolgsmannschaft nach und nach auseinanderfällt. Ich aber will weiter Eishockey ganz oben mitspielen."

Das sind die Sorgen von Nikolaus Meier, dem Ur-Bayer, der am 20. August 26 Jahre alt wird. Er legt auch besonderen Wert darauf, dass eine Vertragsverlängerung nicht an finanziellen Forderungen gescheitert ist. Viel mehr ärgert er sich über das Nachkarten des Vereins, der in seinen offiziell verbreiteten Vereins-News verkündete, dass Meier seine zu Saisonbeginn gezeigten Leistungen nicht dauerhaft abrufen konnte und besonders in den Playoff-Spielen kaum auffiel. "Die Fans haben das sicher anders gesehen", sagt er.

Holger Wilhelm, der Geschäftsführer der Saale Bulls, sieht die Personalsituation bei den Saale Bulls noch entspannt. "Wir haben eine völlig neue Situation. Unsere Spieler haben sich ins Rampenlicht gespielt. Wir müssen damit leben, dass auch andere Vereine bemerken, dass in Halle gutes Eishockey gespielt wird", sagt er grundsätzlich. Und weiter: "Wir müssen ein paar Abgänge von wichtigen Spielern verkraften, die wir unbedingt halten wollten. Das tut weh. Wir müssen diese offenen Stellen nun gleichwertig besetzen."

In den nächsten Wochen wird es Gespräche mit neuen Spielern geben, einige richtige Hochkaräter sollen dabei sein. Holger Wilhelm ist sich sicher: "Wir werden zur offiziellen Saisoneröffnung zum Laternenfest-Wochenende wieder eine schlagkräftige Mannschaft präsentieren."