Eishockey: Einer grandiosen Saison folgt mühsame Aufbauarbeit

02.04.2012 22:07 Uhr | Aktualisiert 02.04.2012 22:23 Uhr
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Lara Fischer

Lara Fischer (M.), hier im Spiel gegen Bern, ist ein Talent aus Halle. (FOTO: LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Im Playoff-Halbfinale um den Aufstieg in die zweite Eishockey-Bundesliga sind die Saale Bulls aus Halle am Sonntag mit der dritten Niederlage in Bad Tölz ausgeschieden. Die Hallenser sind an ihre Grenzen gekommen. Es fehlt vor allem an der Infrastruktur.
Halle (Saale)/MZ. 

Es hat nicht sollen sein. Nicht ganz. Im Playoff-Halbfinale um den Aufstieg in die zweite Eishockey-Bundesliga sind die Saale Bulls aus Halle am Sonntag mit der dritten Niederlage in Bad Tölz ausgeschieden. "Sportlich waren wir mit dem Gegner auf Augenhöhe. Es fehlen nur noch Kleinigkeiten, noch zwei, drei überdurchschnittliche Spieler", sagt Halles Präsident Daniel Mischner.

Ein Problem ist die fehlende Tradition. Acht Jahre erst gibt es die Saale Bulls in Halle, nichts praktisch im Vergleich zur genau 84 Jahre langen Eishockey-Geschichte in Bad Tölz. Es mangelt vor allem noch an der Infrastruktur für das Eishockey in Halle und im gesamten Sachsen-Anhalt.

Im Bundesland gibt es nur eine einzige Eissporthalle, die inzwischen auch baulich nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Von den Saale Bulls kann sie zudem nur zu zehn Prozent genutzt werden. Sie müssen sich die Halle mit dem ESV Halle mit seinen Sektionen Eishockey-Nachwuchs und Eiskunstlauf und dem öffentlichen Eislaufen teilen. Besonders deutlich wurde das Dilemma am letzten Wochenende, als das Nachwuchs-Turnier um den Ramada-Cup mit 16 Mannschaften aus neun Ländern und das Aufstiegsspiel gegen Bad Tölz praktisch zu selben Zeit ausgetragen werden mussten. In Bad Tölz stehen dagegen gleich zwei Eishallen nebeneinander.

Deshalb können bayerische Traditionsvereine wie Bad Tölz oder Füssen eben auch ihre Mannschaften weitgehend aus dem eigenen Nachwuchs auffüllen. Bei den Saale Bulls dagegen hat kein einziger Spieler den Sport im Großraum Halle erlernt. Deshalb auch ist der Jahres-Etat für die Saale Bulls mit 750 000 Euro wesentlich höher als in Bad Tölz, wo man mit knapp über 500 000 Euro zurecht kommt.

Dennoch sind die Saale Bulls nicht nur mit ihrer Profi-Mannschaft deutschlandweit zu einer Marke geworden, auch im Nachwuchs können sie inzwischen mit den Besten mithalten. Beim Ramada-Cup, dem größten Turnier in Deutschland in der Altersklasse der Unter-15-Jährigen, wurde die vom Saale-Bulls-Profi Alexander Rusch trainierte Mannschaft Siebter. "Besonders gefallen hat mir Torwart Constantin Schulz, der kann in drei, vier Jahren in der ersten Mannschaft mitspielen", sagt Präsident Daniel Mischner.

Aber es fehlen eben noch drei, vier Jahre, ehe Eishockey in Halle auch in seinem Umfeld konkurrenzfähig ist. Und dann wäre auch ein eventueller Aufstieg in Liga zwei nicht nur ein Wunder, wie er es in dieser Saison gewesen wäre, sondern realistisch.