Eishockey: Erste Kontakte mit Kängurus gibt es im Bergzoo

Uhr | Aktualisiert 12.04.2012 21:01 Uhr
Drucken per Mail
Matthias Schubert und Franziska Nützel

Matthias Schubert und Franziska Nützel finden Kontakt. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

Von
Geduld und Ausdauer hatten sie - Matthias Schubert, der Eishockey-Spieler der Saale Bulls, und seine Freundin Franziska Nützel. Für ein Abschiedsfoto gab es eine Verabredung in der Freianlage der Bennett-Kängurus im halleschen Bergzoo.
Halle (Saale)/MZ. 

Die Kängurus platzten förmlich vor Neugier auf den unerwarteten Besuch, aber der entscheidende Schritt in Richtung Menschen erwies sich als ungeahnte Mutprobe für die Tiere. Eine gute Stunde hat es gedauert, ehe Matthias, Franziska und Eda, Finesse und Seppel, die Känguru-Familie vom Bergzoo, zu vertrauter Runde zusammenfanden.

Für Matthias Schubert (27) und Franziska war der Fototermin die Einstimmung auf ihr in rund drei Wochen beginnendes großes Abenteuer Australien. "Ich habe mich schon vor einiger Zeit darauf festgelegt, nach dem Abschluss meines BWL-Studiums für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Dass die Wahl auf Australien fiel, hat unter anderem auch damit zu tun, dass ich meine Englischkenntnisse verbessern will", sagt Matthias Schubert. "Ich war begeistert und sofort dabei. Matthias musste überhaupt keine Überzeugungsarbeit leisten", sagt Franziska, die für Australien sogar ihre Festanstellung in einer Personal-Leasing-Firma in Halle gekündigt hat.

So sehr sich die zwei auf ihre Traumreise freuen, andere werden sie hier in Halle schmerzlich vermissen. Vor allem die Eishockey-Fans. Schubert und die Saale Bulls - das gehörte in den letzten Jahren unbedingt zusammen. 336 Spiele hat Matthias für den Verein gemacht, nur sein Kumpel Alexander Zille, mit dem er all die Jahre gemeinsam in einer Sturmreihe spielte, hat noch drei Begegnungen mehr. 2009 wurde Schubert sogar als Spieler der Saison geehrt. "Er wird uns fehlen", sagt Saale Bulls-Präsident Daniel Mischner, der schon seit Wochen in die Australien-Pläne eines seiner zuverlässigsten Spieler eingeweiht ist. "Ich habe ihm sofort einen unterschriftsreifen Vertrag ohne jede Vorbedingung für die Saison darauf angeboten", sagt Mischner. Und nach einigem Überlegen: "Ich gönne den beiden ihre Auszeit. Je länger ich drüber nachdenke, bedaure ich es, dass ich vor einigen Jahren nicht selbst diesen Weg gewählt habe."

"Work and travel" ist das Motto für die Reisenden in Australien. Sydney als Ausgangspunkt und das Rote Zentrum, das Heimland der Aborigines, der Ureinwohner des Kontinents, sind feste Ziele. Alles andere wird spontan entschieden. "Vielleicht bleiben wir viel länger, vielleicht brechen wir das Unternehmen aber auch schon nach vier Monaten ab, wenn wir merken sollten, es läuft so völlig anders, als wir es uns vorgestellt haben", sagt Matthias Schubert.

Eishockey wird zwangsläufig allein schon aus klimatischen Gründen eine nebensächliche Rolle spiele. "Aber ich habe vor, es nach meiner Rückkehr noch mal mit Eishockey zu versuchen. Ich werde am anderen Ende der Welt schon nicht alles verlernen", sagt Schubert.

Auf jeden Fall soll es danach zurück nach Halle gehen. "Wir sind hier heimisch geworden. Es wird also nur ein Abschied auf Zeit", sagt Matthias Schubert und nimmt seine Franziska nach dem zum Schluss doch reichlich anstrengenden Fotoshooting an die Hand. Dann gibt es noch ein Versprechen für Eda, Finesse und Seppel, die Känguru-Familie vom Bergzoo. "Wenn wir wieder zurück sind, kommen wir wieder vorbei."

Am Freitag,19 Uhr, steigt vor der Eissporthalle die Saison-Abschlusspartie.

Auch interessant