Sie haben alles versucht: Die Saale Bulls-Stürmer Troy Bigam(vorn) und Alexander Zille vor Füssens Torwart Andreas Jorde. (FOTO: WOLFGANG FEHRMANN)
Lukas Steinhauer hat am Dienstagabend am Kobelhang in Füssen wohl das beste Spiel im Trikot der Saale Bulls gemacht. Der 19 Jahre alte Torwart, der mit einer Förderlizenz von den Hannover Scorpions seit September in Halle ist, hat alles gehalten, was zu halten war. Genau 55 Minuten und 39 Sekunden in der normalen Spielzeit und dann noch einmal 14 Minuten und 24 Sekunden lang in der Verlängerung. Dann war es vorbei. Füssen hat im dritten Spiel des Playoff-Viertelfinals erstmals gewonnen, Halle damit den ersten Matchball ausgelassen. Somit kommt es am Freitag in der heimischen Volksbank-Arena zur vierten Partie. Die Saale Bulls haben da ihre zweite Chance, erstmals in ihrer Vereinsgeschichte mit dem dritten Sieg in das Halbfinale einer Aufstiegsrunde zur zweiten Bundesliga einzuziehen.
"Klar sind jetzt alle traurig und laufen mit hängenden Köpfen durch die Gegend", sagte Holger Wilhelm, der Geschäftsführer der Saale Bulls, der sich die an Dramatik kaum zu überbietende Partie am Dienstag inmitten der etwa 30 mitgereisten Fans aus Halle angeschaut hat. Und er hatte auch schnell die Ursache für die am Ende sogar vermeidbare Niederlage erkannt: "Wir haben uns in den entscheidenden Situationen einfach durch unnötige Strafen selbst das Leben schwer gemacht. Irgendwann konnte auch Steinhauer nichts mehr retten."
Nach zwei torlosen Dritteln gingen die Saale Bulls am Dienstag nach zwei Minuten und 38 Minuten im letzten Abschnitt der regulären Spielzeit sogar in Führung. Die erste Sturmreihe hatte es mal wieder gerichtet, Sebastian Lehmann für Ivan Kolozvary aufgelegt. Die Fans der Saale Bulls jubelten, aber in diesem Moment wurden auch die Füssener Fans in der mit 1 014 Zuschauern fast ausverkauften kleinen Halle am Kobelhang wach. Der Umzug aus der großen Arena erwies sich für Füssen als Glücksgriff. Es wurde laut und lauter in der kleinen Kuschel-Halle. Aber Steinhauer wurde immer besser.
Das ging zunächst gut bis zur 52. Minute. Da gab es zunächst für Matthias Schubert wegen eines Stockschlags eine Zwei-Minuten-Strafe, zwei Minuten später musste auch Jiri Polak wegen Haltens auf die Strafbank. Füssen nahm ganz geschickt eine Auszeit und hatte Erfolg. Eric Nadeau traf im Dauerdruck und in Überzahl zum 1:1.
Die Verlängerung musste entschieden. Und da hatten die Saale Bulls zunächst Glück, dass ein Tor für Füssen nach sechs Minuten nicht gegeben wurde, weil die Schiedsrichter nicht eindeutig klären konnten, ob der Puck hinter der Linie war. Selbst Füssener Spieler gaben hinterher zu, dass es wohl kein Tor war. Aber dann folgten erneute Strafen gegen die Saale Bulls. Erst für Matthias Schubert, dann für Troy Bigam. Und in Überzahl schließlich den 2:1-Siegtreffer durch Daniel Stiefenhofer.
Füssens Trainer Georg Holzmann strahlte und freute sich schon wieder auf das nächste Spiel in Halle. "Egal, wie das Viertelfinale am Ende ausgeht. Wir haben in diesen Tagen eine neue Vereins-Freundschaft geschlossen. Wir haben Telefon-Nummern ausgetauscht und wollen im Sommer wieder nach Halle kommen. Zu einem Freundschaftsspiel in der Saisonvorbereitung."
>