Eishockey: Mit ganz viel Erfahrung

31.07.2012 22:19 Uhr | Aktualisiert 31.07.2012 22:33 Uhr
Der neue Saale Bulls-Verteidiger Daniel Sevo vor demWandbild in der Oleariusstraße. (FOTO: ECKEHARD SCHULZ) 
Von GOTTFRIED SCHALOW
Die Saale Bulls verpflichten mit Daniel Sevo einen gestandenen Verteidiger. Der hat schon in der Deutschen Eishockey-Liga die Schlittschuhe geschnürrt.
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Halle (Saale)/MZ. 

Daniel Sevo kennt in Halle noch nicht viel. Deshalb wird das erste Treffen mit dem neu verpflichteten Verteidiger der Saale Bulls ein Stück weit zur Stadtführung umfunktioniert. Bei zauberhaftem Sonnenschein führt der Weg von einem kleinen Café an der Klausbrücke über das Geiseltal-Museum bis zum legendären Wandbild in der Oleariusstraße. Zwischendurch taucht dann sogar noch ein echter Stadtführer im roten Kardinalskostüm auf. "Danke", sagt Daniel Sevo anschließend, "es hätte wahrscheinlich eine Weile gedauert, ehe ich diese schönen Ecken kennengelernt hätte. Jetzt habe ich noch einen zusätzlichen Grund, mich auf meine neue Wahlheimat zu freuen."

Wanderlust quer durch Deutschland

So schnell wie Daniel Sevo für die Sehenswürdigkeiten Halles zu begeistern ist, so schnell war er auch von seinem neuen Arbeitsumfeld rund um die Eissporthalle angetan. Das Trikot der Saale Bulls wird er mindestens für die kommenden sieben Monate tragen, eine Verlängerung scheint nicht ausgeschlossen. "Wir sind froh, einen so erfahrenen Verteidiger verpflichtet zu haben. Mit ihm können wir ganz zuversichtlich in die neue Saison schauen", sagt Daniel Mischner, der Präsident des Eishockey-Drittliga-Vereins, Seite an Seite mit Sevo. Praktisch als doppelter Daniel, vor dem Wandbild.

Viel Erfahrung, die bringt Sevo tatsächlich mit. Knapp 120 Spiele hat er schon in Deutschlands höchster Spielklasse, der Deutschen Eishockey-Liga, gemacht. Dazu über 140 in der zweiten Bundesliga und runde 300 in der Oberliga. Bayreuth, Heilbronn, Bremerhaven, Leipzig, Crimmitschau, Hamburg, Nürnberg, München, Selb und zuletzt als Co-Kapitän bei den Frankfurter Löwen sind die Stationen des schon recht belebten und wanderlustigen Daseins des 28 Jahre alten Sevo.

"So langsam ist es an der Zeit, mal für ein längeres Stück an einem Ort zu verweilen und so etwas wie ein Heimatgefühl aufzubauen. Alt genug bin ich ja dafür", sagt Daniel Sevo mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht. Und, dann kommt der Nachsatz, der für Halle wichtig ist: "Ich sehe in dieser Mannschaft viele Perspektiven. Ich habe schon zweite Liga gespielt, die Mannschaft will dahin, und auch ich will dort noch einmal spielen." Worte, die auch dem Präsidenten gefallen, Worte, die ihn darin bestärken, einen richtigen Hochkaräter und nach Möglichkeit auch einen Anführer verpflichtet zu haben.

Studium in Mittelfranken

Daniel Sevo weiß auf jeden Fall, was er will. "Ich habe zwar inzwischen jede Menge Erfahrung im Eishockey, das kann ich sicher auch noch eine Weile auf hohem Niveau machen. Aber mir ist irgendwann einmal klar geworden, dass ich mich auch nach einem zweiten beruflichen Standbein umsehen muss", sagt Sevo.

Deshalb hat er im mittelfränkischen Ansbach ein Fernstudium mit der Fachrichtung Internationales Management im Spitzensport begonnen. "Wir sind dort in einer Gruppe mit 30 Sportlern, unter anderem ist auch der Biathlet Michael Greis dabei. Wir können uns die Studienzeiten relativ frei einteilen. Halle ist schließlich nicht allzu weit weg. Dazu habe ich eine vernünftige Wohnung gefunden, wo ich viel Ruhe zum Arbeiten habe", sagt Sevo.

Eine hoffentlich aufregende Eishockey-Saison soll das passende Kontrastprogramm liefern. Und wenn das noch nicht reicht, dann gibt es inzwischen auch ein paar hilfreiche Kenntnisse touristischer Natur rund um das Wandbild.