Auch sie sind seit Wochen im Freudentaumel: Die Spielerfrauen der Saale Bulls. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)
Der Vorstand der Saale Bulls hatte am Wochenende ein richtig großes Problem zu lösen. Normalerweise hätte am Freitag das erste Heimspiel im Playoff-Halbfinale stattfinden sollen, doch da ist die Volksbank-Arena wegen des eigenen Nachwuchs-Turniers um den Ramada-Cup mit 16 Mannschaften, darunter neun aus dem Ausland belegt. Feuerwerk und Rock-Konzert mit der AC / DC-Coverbank Jailbreakers sind lange gebucht, die Gäste wieder ausladen, geht nicht. Also liefen die Telefone heiß, ehe mit Oliver Seeliger, dem Geschäftsführer der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft, ein Kompromiss gefunden wurde. Das Heimspiel kann auch am Donnerstag stattfinden. Spielbeginn wäre dann 19 Uhr.
Seit Sonntagabend, 20.11 Uhr, steht fest: Die Löwen aus Bad Tölz sind der nächste Gegner, sie haben mit einem klaren 5:1 gegen Bad Nauheim den dritten Sieg im fünften Playoff-Viertelfinale geholt. Das erste Spiel findet Dienstag in Bad Tölz, 21 Kilometer vom Tegernsee entfernt, statt. Zum Wunsch der Saale Bulls, nach einer Verlegung das Heimspiels, muss Bad Tölz noch sein Okay geben. Ansonsten könnte auch das Heimrecht getauscht werden, dann würden die Bayern mit zwei Heimspielen beginnen.
Die Episode über die Termin-Nöte der Saale Bulls am Freitag macht deutlich, wie sehr man in Halle selbst vom eigenen Höhenflug überrascht ist, wie wenig man mit dem Einzug in das Halbfinale gerechnet hatte. Jetzt aber wollen die Saale Bulls noch mehr.
"Wir sind heiß auf die zweite Bundesliga. Wir wollen aufsteigen. Lieber jetzt als im nächsten oder übernächsten Jahr", bestätigt noch einmal Saale Bulls-Präsident Daniel Mischner. Und er gibt auch grünes Licht, dass die zweite Bundesliga finanzierbar ist. "Es wird natürlich noch Wochen dauern, bis wir mit allen Sponsoren gesprochen haben. Aber wir haben eine Menge Zusicherungen, dass wir im Falle eines Aufstiegs finanziell noch besser unterstützt werden. Ich denke, dass die zweite Liga aus wirtschaftlicher Sicht grundsätzlich machbar ist", sagt Mischner. Und er verweist darauf, dass es dort eine Reihe interessanter Derbys mit Dresden, Weißwasser, Crimmitschau oder den Hannover Indians gibt. Mischner: "Das sind Mannschaften, die auch jede Menge eigene Fans mit nach Halle bringen."
Auch die Fans müssten sich im Falle eines Aufstiegs in die zweite Liga an höhere Eintrittspreise gewöhnen. Die Karten würden dann vermutlich, wie schon jetzt bei den Playoff-Spielen, zwölf Euro für einen Sitzplatz und zehn Euro für den Stehplatz kosten.