Eishockey: Publikumsliebling ist zurück

01.06.2012 22:31 Uhr | Aktualisiert 01.06.2012 22:36 Uhr
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Kai Schmitz

Kai Schmitz - ein bekanntes Gesicht als Zugang bei den Saale Bulls (FOTO: LÖFFLER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Kai Schmitz spielt wieder für die Saale Bulls. Der Verteidiger machte sich einst als die schnellste Faust von Halle einen Namen.
Halle (Saale)/MZ. 

Mal ganz ehrlich, er wurde vermisst in den letzten beiden Jahren. Als Publikumsliebling ebenso wie als knallharter Verteidiger. Und auch er selbst hat Halle vermisst. "Ich bin gerade mal ein paar Wochen weg gewesen, da habe ich gemerkt, was ich falsch gemacht hatte", sagt Kai Schmitz.

Nach zwei Jahren Abwesenheit kehrt Schmitz zur neuen Eishockey-Saison nach Halle, zu seinen Saale Bulls zurück. Nach zwei Jahren, in denen er für Neuwied, Bergisch Gladbach und Essen gespielt hat, aber dort nie richtig heimisch geworden ist. "Ich bin zum Training und zu den Spielen gefahren, aber zu den Vereinen habe ich nie eine vernünftige Beziehung aufgebaut", sagt Schmitz.

Das war in Halle ganz anders. Da war er fünf Jahre lang das Gesicht des Vereins, mit 237 Spielen lange Zeit der Rekordspieler. In dieser Zeit hat er auch einen Rekord der besonderen Art und wahrscheinlich einen für alle Ewigkeit aufgestellt: 837 Strafminuten sammelte er, viele unsinnige darunter. Deswegen war Kai Schmitz mit dem Spitznamen der "schnellsten Faust von Halle" unterwegs. Unvergessen die Sprechchöre "Kai Schmitz - Hooligan" bei jeder Vorstellung des Spielers. Wenig sensibel zwar, aber mit Respekt gemeint.

Ein Spieler wie Schmitz, ein Spieler der im wahrsten Sinne des Wortes Eishockey lebt, der hat in den letzten beiden Jahren bei den Saale Bulls gefehlt. Einer, der sich beim Gegner Respekt verschaffen kann, einer, der die eigene Mannschaft wachrütteln kann, wenn es mal nicht läuft. Deswegen war Schmitz ein Wunschspieler von Trainer Jiri Otoupalik, deswegen hat Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner nicht lange überlegen müssen, für Schmitz wieder die Tür in Halle zu öffnen.

Es wird trotzdem nicht mehr der alte Kai Schmitz sein, der da Ende August nach Halle zurückkehrt. "Es hat sich vieles geändert, ich bin zwei Jahre älter geworden", sagt er über sich selbst. Am 10. Juni wird Schmitz 27 Jahre alt, vermutlich ist auch nicht viel übrig geblieben vom einstigen König des Nachtlebens, ein Image, das er in Halle ausgiebig gepflegt hat.

Seit zwei Jahren ist er verheiratet, in Köln hat er ein Studium im Sportvereinsmanagement abgeschlossen und auch seinen Trainerschein gemacht. Damit ergeben sich für ihn auch völlig neue Perspektiven bei den Saale Bulls. "Wir werden ihn schrittweise als Trainer für die Nachwuchsmannschaften beschäftigen. Da braucht Alexander Rusch ja dringend Unterstützung. Und ich kann mir auch durchaus vorstellen, dass er später im Management des Vereins tätig ist", sagt Mischner.

Kai Schmitz ist damit der zweite Neuzugang bei den Saale Bulls nach Torwart Dustin Haloschan. "Ich freue mich auf Halle. Ich kenne ja noch den größten Teil der Mannschaft. Das passt schon", sagt er bestens gelaunt. Der Publikumsliebling ist zurück.