Jetzt haben die Saale Bulls ihr Trio aus Tschechien komplett. Neben Trainer Jiri Otoupalik und dem um den Jahreswechsel 2011 / 12 verpflichteten Stürmer Ivan Kolozvary wird nun auch Robin Slanina in der neuen Saison in Halle Eishockey spielen. Die gute Nachricht dabei: Der 21 Jahre alte Slanina besitzt auch einen deutschen Pass und belastet damit die auf zwei Spieler begrenzten Ausländerstellen nicht.
Robin Slanina hat in seinem eishockeybegeisterten Heimatland bei seinem Verein HC Slezan Opava, das liegt genau im Länderdreieck mit Polen und der Slowakei südlich der Hohen Tatra, in allen Nachwuchsmannschaften gespielt und ab 2007 in der Junioren-Extraliga, der höchsten Nachwuchsliga Tschechiens. Mit 108 Toren und 53 Vorlagen in 205 Spielen hat er sich da den Ruf einen Torjägers erarbeitet.
Vor zwei Jahren wechselte Slanina dann nach Deutschland und spielte beim EC Peiting in der Oberliga Süd. In den vergangenen beiden Spielzeiten gelangen ihm dort zehn Tore und 15 Vorlagen. Mit dem Deutsch-Tschechen haben die Saale Bulls ein offenbar vielversprechendes Talent an Land gezogen.
Ärger in der Oberliga Nord
Kurz vor dem Start in die neue Oberliga-Saison gibt es unterdessen neue Aufregung, diesmal in der Nord-Staffel. Dort haben sich die Hannover Braves, eigentlich das Nachwuchsteam vom Zweitligisten Hannover Indians, vom Spielbetrieb zurückgezogen. Am 15. Januar hatten die Saale Bulls durch einen 6:3-Sieg im Finale gegen eben jene Braves den Sieg im Liga-Pokal perfekt gemacht. Die sportliche Entwicklung in der als sehr leistungsschwach geltenden Nord-Liga war der Grund dafür, dass Indians-Geschäftsführer Dirk Wroblewski das Projekt Hannover Braves aufgeben musste.
Für die neue Saison in der Nord-Liga bleiben damit nur noch sieben Mannschaften übrig, viel zu wenig zum wirtschaftlichen Überleben. "Wir sind der Ansicht, dass die Aufteilung der Oberligen in vier Bereiche dringend überprüft werden müsste und ob nicht eine Oberliga Nord-Ost günstigere Prognosen bietet", sagt Dirk Wroblewski und spricht sich damit erneut für dringend notwendige Struktur-Reformen im deutschen Eishockey aus.
In einer gemeinsamen Oberliga Nord und Ost wären immerhin 16 Teams dabei und für die Saale Bulls würden sich neben den traditionellen Derbys mit Leipzig auch noch durchaus lukrative Partien gegen Rostock, Timmendorfer Strand oder Adendorf ergeben. Selbstläufer sind das alles nicht. In äußerst unangenehmer Erinnerung ist den Saale Bulls zum Beispiel noch der Auftakt zu den Playoff-Runden um den Aufstieg in die zweite Bundesliga in Erinnerung. Da gab es gleich im ersten Spiel am 24. Februar eine 3:4-Heim-Niederlage gegen Timmendorfer Strand.