Gute Stimmung in der Halle: die Fans der Saale Bulls. (FOTO: STEFAN RÖHRIG)
Die Meldung verbreitete sich am Mittwochabend wie ein Lauffeuer rund um die Eissporthalle am Gimritzer Damm: Die Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) verweigert den Landshut Cannibals und den Löwen aus Bad Tölz die Lizenz für die zweite Bundesliga. Dazu erhielten die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die eigentlich aus der zweiten Liga abgestiegen waren, aber erster Nachrücker auf einen freien Platz sind, die Lizenz nur unter Vorbehalt.
Damit würde die zweite Eishockey-Bundesliga in der im September beginnenden neuen Saison nur noch mit elf (ohne Bremerhaven) oder zwölf (mit Bremerhaven) Mannschaften spielen. Sportlich und wirtschaftlich kaum vorstellbar, zumal in den letzten Wochen und Monaten stets eine Aufstockung auf 14 Mannschaften diskutiert wurde. Geht nun für die Saale Bulls aus Halle, die im März in den Playoff-Spielen um den Aufstieg in die zweite Bundesliga erst im Halbfinale an Bad Tölz gescheitert waren, doch noch die Tür für den lange angestrebten Eintritt in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf?
Andreas Werkling, der sportliche Leiter der Saale Bulls, zeigte sich am Mittwochabend von der Eilmeldung auch überrascht. "Damit habe ich nun wirklich nicht gerechnet. Aber uns hat bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch noch niemand angesprochen, ob wir bereit wären, als Nachrücker einen freien Platz in dieser Liga zu besetzen."
Dann allerdings machte Werkling deutlich, dass man bei einem solchen Angebot sofort zugreifen würde. "So einfach kommen wir nie wieder in diese Liga hinein. Und wenn wir ehrlich sind, es wird in den kommenden Jahren immer schwerer, dass wir uns über die Aufstiegsspiele dafür auf sportlichem Weg qualifizieren. Alle Spitzenmannschaften aus dem Westen, und da vor allem Frankfurt, haben im Sommer enorm aufgerüstet."
Allerdings sieht Werkling die Chance, dass Halle wirklich gefragt wird, als eher gering an. "Es gibt exakt festgeschriebene Regularien. Bremerhaven wäre der erste Nachrücker. Eine andere Möglichkeit wird in den Statuten nicht erwähnt. Auf jeden Fall besteht aber Handlungsbedarf. Mit nur elf Mannschaften braucht die zweite Liga gar nicht erst anzutreten."
Frankfurt hatte vor einigen Wochen schon den Versuch unternommen, sich mit einer Wildcard für die zweite Liga anzumelden, das Anliegen wurde aber von der ESBG abgeschmettert. Frankfurt hatte im Gegensatz zu den Saale Bulls jedoch noch nicht einmal die Qualifikation für die Playoff-Runde geschafft.
Den Landshut Cannibals wurde die Lizenz für die zweite Liga wegen eines fehlenden Kooperationsvertrages mit dem Stammverein EV Landshut verweigert. Die Löwen aus Bad Tölz hatten Fristen bei ihrem Lizenzierungsantrag versäumt.