Das Eis spritzt durch die Luft: Saale Bulls-Torwart Lukas Steinhauer klärt vor dem Tölzer Stürmer Florian Strobl (links). (FOTO: WOLFGANG FEHRMANN)
Zwei Drittel lang hatten die Hallenser zu viel Respekt vor dem Gegner, erst ganz zum Schluss wurde noch einmal das Kämpferherz ausgepackt. Das war zu wenig. "Nur ein Drittel gutes Eishockey reicht nicht gegen einen so starken Gegner", musste dann auch Saale Bulls-Trainer Jiri Otoupalik zugeben. Die Gelegenheit zum Ausgleich in dieser Playoff-Runde gibt es Freitag ab 20 Uhr im Heimspiel in der Volksbank-Arena.
Viel wussten beide Teams nicht über ihren jeweiligen Gegner. Das hinderte die beiden Halbfinalisten allerdings nicht an einer forschen Vorgehensweise. Vor allem die Tölzer wollten es sofort wissen. Es dauerte exakt fünf Sekunden, ehe der Puck hinter Lukas Steinhauer im Tor der Hallenser lag. Christoph Fischhaber erspähte den herannahenden Yanick Dubé und der in Bad Tölz heimisch gewordene Deutsch-Kanadier vollstreckte zum 1:0. Ganz so schnell waren die Gäste mit ihrem ersten Vortrag nicht. Der Ertrag war gleichwohl derselbe. Florian Eichelkraut traf nach 41 Sekunden im Nachschuss zum Ausgleich. Dieser Reichtum an frühen Ereignissen war freilich nicht aufrecht zu erhalten. Beide Teams hielten es dann doch für sinnvoller, die jeweiligen Stärken und Angriffspunkte des Widersachers auszuforschen. Tölz wurde dabei schneller fündig und ging nach zehn Minuten erneut in Führung. Thomas Merl durfte eine Ehrenrunde im Drittel der Saale Bulls drehen, Sturmkollege Leo Pföderl bugsierte den von Steinhauer abgewehrten Schuss gedankenschnell in die Maschen. So ging es weiter, wenn Tölz richtig Gas gab, wurde es den Saale-Bulls ein ganzes Stück zu rasant. Auch gedanklich waren einige Akteure wohl schon in der Kabine, als Yanick Dubé in der 19. Minute den Puck im Nachschuss in den Torwinkel lenkte. Steinhauer machte im ersten Abschnitt einen unsicheren Eindruck, seine Vorderleute lange Gesichter.
Tölz wurde danach übermütig und nahm die Saale Bulls nicht mehr ganz so ernst. Nach vier Minuten im zweiten Drittel spielte Lehmann in seinem 111. Spiel für die halle die Tölzer Abwehr ganz allein aus und traf zum 2:3. Doch Tölz hatte immer noch den 37 Jahre alten Dubé zu bieten, der seine helle Freude am Spiel hatte und mit seinem dritten Treffer zum 4:2 traf.
Tölz hatte die größeren Spielanteile. Halle war immer dann gefährlich, wenn die Oberbayern Körperspiel und Laufarbeit vernachlässigten. Die Saale Bulls gaben nicht auf und setzten im letzten Drittel zur Aufholjagd an. Zwei verirrte Scheiben landete bedrohlich neben dem Tölzer Tor, ehe Lehmann im Powerplay auf 4:3 stellen konnte, Die Bulls drückten auf den Ausgleich, und holten Torwart Lukas Steinhauer vom Eis. Erst Christian Urbans Schlenzer in Halles leeres Tor sortierte sechs Sekunden vor Ende die Gefühlswelten.