Svetislav Pesic war nicht mit allem einverstanden. „Wir sind nie zufrieden“, sagte der Bundestrainer nach dem mühelosen Auftaktsieg seiner Basketballer in der EM-Qualifikation. Dabei war das 101:53 (45:27) der jungen deutschen Mannschaft gegen Luxemburg nicht einmal eine echte Prüfung, sondern vielmehr eine verlängerte Vorbereitung auf den Ernstfall. Es war schon vor dem ungleichen Duell in Hagen klar, dass die Amateure aus dem kleinen Großherzogtum dem deutschen Nationalteam nicht gefährlich werden können.
Entsprechend nebensächlich war das Ergebnis. Auch für Pesic. Der Rückkehrer war einfach nur froh, dass die Zeit der Testspiele endlich vorbei ist. „Es war wichtig, dass wir jetzt mit der Runde angefangen haben“, sagte der 62-jährige Serbe. Pesic machte das Beste aus dem Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen. Der Erfolgscoach setzte zum ersten Mal seit Beginn der Vorbereitung in einem Länderspiel alle zur Verfügung stehenden Profis ein und sammelte Eindrücke. „Wir haben viel gewechselt. Die Spieler müssen den Ball in den Händen haben. Wir mussten auch Kräfte sparen“, sagte Pesic mit Blick auf das anstehende Programm.
Schon am Dienstag (17.00 Uhr) wartet in Sofia mit Gastgeber Bulgarien ein schwerer Brocken. Drei Tage später geht es in Ulm gegen Schweden weiter. „Jetzt kommen die Gegner, die international mehr Erfahrung haben“, sagte Pesic nach dem ersten Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit als Bundestrainer. Gegen Luxemburg probierte Pesic einiges aus, so wurde zwischendurch von Manndeckung auf Zonenverteidigung umgestellt. Mit Erfolg. „Wir werden das weiter spielen, wenn es notwendig ist“, kündigte Pesic an. Luxemburgs deutscher Trainer Frank Baum wurde vom Kniff des Gegners überrascht: „Dass uns Deutschland eine Zone aufsetzt, sehe ich als Kompliment an. Damit haben wir nicht gerechnet.“ Bester Werfer der DBB-Auswahl war Robin Benzing. Der Forward von Bayern München erzielte 17 Punkte, war aber nicht rundum zufrieden. „In der zweiten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir das wollen“, sagte der 23-Jährige.
Die Mannschaft sieht Benzing auf einem guten Weg. „Wir haben eine junge, hungrige Truppe, die Spaß daran hat, hart zu trainieren.“ Pesic hat nicht viel Zeit, Lehren aus dem Spiel zu ziehen. Nach nur zwei Tagen Pause kommt es im Kampf um ein Ticket für die Europameisterschaft in Slowenien (4. bis 22. September 2013) zur ersten Kraftprobe. „Wir haben eine Mannschaft, die in Sofia gute Chancen hat. Aber es ist schwer vorauszusagen, was passiert. Bulgarien hat sehr viel Erfahrung“, sagt Pesic. In der Tabelle liegt Deutschland mit zwei Zählern hinter Aserbaidschan (4) und den Bulgaren (3) auf dem dritten Platz. Beide Kontrahenten waren allerdings bereits zweimal im Einsatz. Das DBB-Team muss Gruppenzweiter werden, um sicher bei der Endrunde dabei zu sein. Heimsiege alleine werden dafür nicht reichen. „Wir müssen das ein oder andere Spiel auswärts gewinnen, das wird nicht einfach“, sagt Pesic. Mit Blick auf den Entwicklungsprozess seiner jungen Mannschaft sei es zwar „ab und zu nicht schlecht, auch mal zu verlieren.“ Für Dienstag gelte dies aber natürlich nicht. „Es wäre besser, wenn wir das nächste Spiel in der Qualifikation gewinnen.“