Nach dem Training haderte Vettel ein wenig. (FOTO: DPA)
Im Regen von Melbourne fiel das mit Spannung erwartete Kräftemessen am Freitag ins Wasser. Dass der Brite Jenson Button bei der ersten Ausfahrt vor dem Auftaktrennen am Sonntag (07.00 Uhr MEZ/live bei RTL und Sky) der Tagesschnellste war, Rekordweltmeister Michael Schumacher als Dritter überraschte und Weltmeister Sebastian Vettel als Zwölfter noch den Schongang eingelegt hatte, spielte angesichts der Wetterkapriolen keine entscheidende Rolle.
Vettel: «Ein bisschen drunter und drüber»
«Es ging heute ein bisschen drunter und drüber. Wir hatten nur ein paar wenige Runden im Trockenen. Es ist schwierig, dieses Ergebnis zu interpretieren», sagte Vettel. Dass ihm letztlich 2,2 Sekunden auf Buttons Bestzeit fehlten, stimmte den Red-Bull-Piloten etwas nachdenklich. Deshalb ginge es jetzt darum, über Nacht einen Schritt nach vorne zu machen: «Die Runden zum Schluss waren noch einmal sehr wichtig, um ein Verständnis aufzubauen. Das nehmen wir als Ausgangsbasis.»
Am Vormittag ließen leichte Schauer noch halbwegs gute Zeiten zu, doch am Nachmittag ging nach einem Wolkenbruch für lange Zeit nichts. Doch es ist ein Silberstreif am Horizont zu sehen: Kein Team muss an einer Regenabstimmung arbeiten, denn für den Rennsonntag ist Sonnenschein vorhergesagt. Jetzt muss das Qualifying am Samstag Aufschluss über das wahre Kräfteverhältnis geben.
Auch wenn an diesem Tag dunkle Wolken am Himmel über Melbourne aufzogen, herrschte zumindest bei Mercedes eitel Sonnenschein. Im dritten Jahr als eigenständiges Team soll der Silberpfeil nun zum Sieger-Pfeil werden. Und nach den guten Testergebnissen verlief auch der Auftakt in Melbourne nach Wunsch. «Das war sicher kein schlechter Beginn, ich fühle, dass unser Auto gut ist», sagte Schumacher.
Haug: «Alles läuft zufriedenstellend»
Norbert Haug war von der Vorstellung seiner beiden Fahrer angetan. «Bisher läuft alles zufriedenstellend. Michael war wie Nico auf den härteren Reifen unterwegs, er und Nico simulierten verschiedene Rennbedingungen», sagte der Mercedes-Sportchef.
Button fuhr in 1:27,560 Minuten die erste offizielle Bestzeit des Jahres. Zweitschnellster war Buttons McLaren-Teamkollege und Landsmann Lewis Hamilton. Schumacher unterstrich mit der drittbesten Zeit die Ambitionen von Mercedes. Am Nachmittag war der 43-Jährige in 1:29,183 Minuten sogar schneller als sämtliche Rivalen.
Die einzigen beiden Fahrer, die sich am Nachmittag verbesserten, waren die Deutschen Nico Hülkenberg und Timo Glock. Hülkenberg war sogar Zweitschnellster hinter Schumacher, insgesamt reichte es für den Rückkehrer im Force India zu einem guten achten Platz. Glock war im technisch unterlegen Marussia auf Position 21 dennoch das deutsche Schlusslicht an diesem Tag.
Rückkehrer Räikkönen Zehnter
Schumachers Teamkollege Nico Rosberg landete auf Rang sechs. Der Finne Kimi Räikkönen, der nach zwei Jahren Pause ein Comeback gibt, belegte im Lotus den zehnten Platz. Etwas erleichtert dürfte Ferrari nach dem ersten Tag sein. Denn nach den Wintertests hatten viele ein Fiasko für die «Scuderia» erwartet. Der Spanier Fernando Alonso sorgte dann aber mit seinem vierten Platz wieder für etwas bessere Laune bei dem Traditionsrennstall - zumindest bis Samstag.