Frühlingslauf: Abiturient träumt von Firma

02.05.2012 17:39 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 17:43 Uhr
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Matthieu Roy

Während die Schlagwerker der Hettstedter Drum Line auf ihren Einsatz warten, hat Matthieu Roy schon einmal probehalber auf dem Siegertreppchen Platz genommen. (FOTO: DETLEF LIEDMANN)

Von detlef liedmann
Der 18-jährige Triathtlet Matthieu Roy hat die zehn Kilometer gewonnen. Dabei ist er gar kein "echter" Läufer sondern Triathlet, dessen Wurzeln im Wasser liegen.
eisleben/MZ. 

Matthieu Roy träumt von einer eigenen kleinen Firma. Dabei bastelt der 18-jährige Sportgymnasiast aus Thondorf gerade an seinem Abitur. Was ihm so vorschwebe? "Darüber möchte ich noch nicht reden, sonst macht es dann ein anderer", sagte er am Rande des Eisleber Frühlingslaufes, wo er die zehn Kilometer lange Schleife als Schnellster durcheilte.

Auch wenn er glaubt, dass die Stecke etwas länger war. Das habe ihm seine Sportuhr verraten. Deshalb habe er die offiziell gestoppte Zeit von 35,21 Minuten einfach mal runtergerechnet. Und die 34,30, auf die er gekommen ist, passe dann schon wieder. Dabei ist Roy gar kein "echter" Läufer sondern Triathlet, dessen Wurzeln im Wasser liegen. "Mein Vater hat mich einfach mal zum Schwimmen mitgenommen", erinnert er sich. Sein Vater, das ist Matthias Roy, Vorsitzender des Eisleber Schwimmvereins. Und der Filius entpuppte sich vor acht Jahren als großes Talent. Kaum ein Jahr nach den ersten Trainingseinheiten im Becken der Eisleber Halle wechselte er auf die Sportschule der Saalestadt. "Aber irgendwann war es mir zu langweilig, jeden Tag vier Stunden Fliesen zu zählen", sagt Matthieu Roy über seine Zeit als Schwimmer. Und weil er schon immer ein flinker Läufer war, fragte er beim Landestrainer Triathlon an. "Da habe ich recht schnell eine Zusage bekommen." Seit 2008 treibt Matthieu Roy nun also mehrgleisig Sport. Mehrgleisig deshalb, weil er nach wie vor vom Schwimmen, jetzt aber mehr im Freiwasser, nicht lassen kann und sich zudem noch dem Duathlon verschrieben hat. Beim Duathlon werden Laufen und Schwimmen kombiniert. Und wäre ihm vor wenigen Tagen nicht ein Fehler passiert, wäre er wohl Deutscher Juniorenmeister im Duathlon geworden. Doch in dem gemischten Feld war er nach dem ersten Laufabschnitt zu früh in die Wechselzone abgebogen. Als er das bemerkte und die fehlenden Meter absolvierte, konnte er den so entstandenen Rückstand nicht mehr wettmachen. "Das ist zwar ärgerlich, aber das wird ihm nicht noch einmal passieren", so Vater Matthias Roy. Mithin schaffte der Filius als Achter immer noch eine Platzierung in den deutschen Top Ten und empfahl sich einmal mehr für die Mannschaft des SV Halle in der 2. Bundesliga Triathlon, wo die Saalestädter gemeinsam mit dem Team der Weimarer Ingenieure antreten.

2008 hatte Roy seine ersten Wettkämpfe als Triathlet absolviert und war in Mieste und Löderburg gleich auf dem obersten Treppchen gelandet. Dass dazu ein knallhartes Training gehört, hat er längst verinnerlicht. "Da bleibt nicht mehr viel Freizeit", sagt er. Selbst die Wochenenden sind fast immer ausgebucht. Nur im Winter hat der groß gewachsene junge Mann etwas mehr Freizeit. Was er dann macht? "Ich treffe mich gern mit Freunden. Meist auch alles Sportler. Da können wir unsere Erfahrungen austauschen", erzählt Roy.

Während Sportler als Lieblingsfach in der Schule zuerst meist Sport nennen, kommt bei ihm wie aus der Pistole geschossen: Geschichte. Warum? "Es macht mir Spaß, weil es interessant ist." Geschichte studieren ist aber nicht der Traum Roys. "Ich möchte Betriebswirtschaftslehre an der Uni in Halle studieren und später vielleicht eine eigene kleine Firma aufmachen." Womit wir wieder beim Anfang der Geschichte wären. Aber auch trotz mehrmaligen Nachfragens rückt der junge Mann nicht mit der Sprache raus. Ohnehin könne bis dahin noch viel passieren. Jetzt haben erst einmal das Abitur sowie Wettkämpfe Vorrang.