Während die Jüngsten die Siegerehrung üben, gibt Oberbürgermeisterin Jutta Fischer die Strecke frei. (FOTO: LIEDMANN)
Vielleicht schaffe sie es ja nächstes Jahr, mal ein kurzes Stück mitzulaufen, beantwortete Eislebens Oberbürgermeisterin entsprechende Fragen. Aber am Dienstag? "Ich habe Probleme mit den Knien und glaube nicht, dass die das aushalten würden." Einiges aushalten mussten indes die Ohren der in ihrer Nähe stehenden Besucher, als Jutta Fischer mit lautem Knall aus der Startpistole die Strecken des zweiten Frühlingslaufes freigab. Beschaulicher ging es da auf dem Sportplatz hinter dem Wiesengelände zu. Grit Schaaf vom Kreissportbund schickte die Kinder noch mit der guten alten Starterklappe auf die Reise über die Aschenbahn. Und Heike Müller, die Mutter von Zehnkämpfer Norman Müller, wusste auch, worauf es ankommt. "Einfach nur mitmachen. Wer hier von seinem Kind gleich eine gute Platzierung erwartet oder sogar fordert, der sieht es beim nächsten Lauf nicht wieder."
Wieder gesehen hat Sprecher Andreas Günther viele bekannte Gesichter, die schon bei der Premiere im Vorjahr dabei waren. Aber auch Neue. Mithin gingen 140 Einzelstarter auf die Strecken zwischen zehn und 27 Kilometern und auch die Zahl der Teams über viermal zweieinhalb Kilometer war von 17 im Jahr 2011 auf 25 angestiegen. Er spricht sich also herum, der Eisleber Frühlingslauf. Manchmal zwar erst am Abend zuvor, aber immerhin. "Unser Trainer hat gestern angerufen, ob wir mitmachen. Und da sind wir heute gelaufen", so Fußballer Marcus Meinicke von Rot-Weiß Polleben. Dass er mit seinen beiden Teamkameraden Daniel Zelzmann und Christian Aschenbach als drittplatziertes Team über die Ziellinie lief, macht das Ganze umso bemerkenswerter.
Gezielt indes hat Werner Zabel Dienstagvormittag den Seelauf zur Vorbereitung genutzt. "Ich mache nächste Woche beim Rennsteiglauf mit. Das ist heute eine gute Gelegenheit zum Ausdauertest", so der Hallenser, der aus Wimmelburg stammt. Am Rennsteig nimmt er dann den langen Kanten über 73 Kilometer in Angriff. Ganz in Familie in Angriff genommen haben die Emmerlings aus Halle den zweiten Eisleber Frühlingslauf. Und erwiesen sich als erfolgreichste Familie.
Vater Uwe als Sieger des Seelaufes, Mutter Katja über zehn Kilometer, der siebenjährige Anton (1,2 Kilometer) und Antons Großvater Egon (73) als Altersklassenbester beim Halbmarathon zeigten den anderen die Hacken. "Es hat alles gepasst. Wetter, Organisation, die Umgebung sowieso. Und auch die Idee, so ein Laufereignis mit einem Fest zu verbinden, finde ich interessant", so Uwe Emmerling. Die Organisatoren hören solche Sätze gern, auch wenn Rainer Gerlach sagt: "Man kann nächstes Mal immer noch etwas besser machen."