Die Berliner Union-Spieler Björn Jopek (li.) und Fabian Schönheim nehmen hier gerade Steffen Kassuba (Mitte) in die Zange. (FOTO: THOMAS CHRISTEL)
So hoch haben Uwe Rohlik und Detlef Stache in ihrer Karriere als Trainer noch nie verloren. 0:20 unterlag die von ihnen betreute Fußball-Regionalauswahl am Sonnabendnachmittag in Annaburg. Dass der Gegner auf jeden Fall zu vielen Toren kommen würde, war ja erwartet worden. Schließlich stand Zweitbundesligist 1. FC Union Berlin auf dem Rasen des Waldstadions. Die Hauptstädter waren der Einladung zu einem Testspiel gefolgt.
Christian Arbeit hatte sich trotzdem etwas verschätzt. Der Pressesprecher der Unioner meinte vor dem Anpfiff, "dass wir heute hergekommen sind, um ordentlich Treffer zu versenken". Dass man in Annaburg den eigenen Vereinsrekord in puncto Torbilanz einstellen würde - erreicht in der Saison 2005 / 06 im Berliner Pokalwettkampf -, damit rechnete Arbeit nicht. Zur Pause stand noch ein erträgliches 0:6 auf der Anzeigetafel, nach dem Seitenwechsel veranstalteten die Berliner ihr eigenes Schützenfest. Beinahe im Minutentakt wurde getroffen. Der Brasilianer Silvio und Torsten Mattuschka trafen vierfach. Die restlichen Torerfolge gingen auf das Konto von Oliver Hofmann (3), Simon Terodde, Christopher Quiring, Tijani Bellaid (je 2), Steven Skrzysbki, Markus Karl und Fabian Schönheim. Den Gastgebern war nicht einmal der Ehrentreffer vergönnt. Das im Vorfeld versprochene Fußballfest wurde es trotzdem. Auch wenn dann das Wetter doch nicht so richtig mitspielte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff öffnete nämlich der Himmel seine Schleusen, der Regen hielt bis zum Abpfiff an. Die über 1 200 Zuschauer machten trotzdem das Beste daraus.
Roland Höhne, Präsident des SV Grün-Weiß Annaburg, strahlte am Sonnabend über das ganze Gesicht. Der Club hatte viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt. Die Mühen seien es wert gewesen, bilanzierte Höhne. "Das Stadion ist voll, es herrscht eine friedliche Atmosphäre, die Berliner sind eine ganz aufgeschlossene und unkomplizierte Truppe. Was will man mehr." Und das Ergebnis? "Sind wir ehrlich. Mich überrascht es nicht, dass Berlin so hoch gewinnt. Aber das ist heute zweitrangig."