Fußball: Abschied vom Abwehrchef

10.05.2012 19:17 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 19:24 Uhr
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Wellington und Steve Rolleder

Der Brasilianer Wellington (rechts), hier im Zweikampf mit dem Chemnitzer Steve Rolleder, beendet am Sonntag seine sportliche Karriere (FOTO: T. TOMINSKI)

Von thomas Tominski
"Ich bin schon ein wenig traurig", sagt der frühere Piesteritzer Abwehrchef Wellington, für den das Kapitel FC Grün-Weiß am Sonntag nach neun Jahren beendet ist. "Ich bin aber auch froh", betont der 40-jährige Brasilianer, der sich seine letzte Saison im Volkspark mit Sicherheit anders vorgestellt hatte.
wittenberg/MZ. 

Nach dem Aufstieg in die Oberliga plus dem tollen Landespokalfinale gegen den HFC (0:2) haben die Verantwortlichen in Piesteritz den Wahl-Hallenser überredet, noch ein Jahr dranzuhängen. Wellington ist davon ausgegangen, dass er als Abwehrchef gebraucht wird. Doch nach dem geschafften Aufstieg - Borea Dresden zog zu Saisonbeginn seine Mannschaft aus dem laufenden Spielbetrieb zurück - begannen beim FC Grün-Weiß bereits die Planungen für die Serie 2012 / 13. Da klar war, dass der Brasilianer im Sommer dieses Jahres die Fußballschuhe an den Nagel hängt, spielte er in den Überlegungen der Trainertrios bald keine Rolle mehr. "Es stimmt", meint der 40-Jährige, "dass ich arbeitsmäßig stark eingebunden bin. Doch ich habe der Mannschaft immer zur Verfügung gestanden. Beim 1:8 in Chemnitz hätte sie mich mit Sicherheit gebraucht." Der Brasilianer möchte im Nachgang keine schmutzige Wäsche waschen. Dafür sei er zu sehr Sportsmann. Doch die Art und Weise, sagt er, wie er zum Schluss ausgebootet wurde, hat auf der Zielgeraden seiner Karriere Spuren hinterlassen. Im Groll blickt er nicht zurück. "Der Aufstieg und das Landespokalfinale waren Höhepunkte in meinem Leben."

Wenn am Sonntag um 13.30 Uhr der Anpfiff zur Oberliga-Partie FC Grün-Weiß Piesteritz kontra FC Rot-Weiß Erfurt II ertönt, ist der Brasilianer noch nicht im Volkspark. "Ich bin vorher beim Gottesdienst und komme etwas später", betont er. Cheftrainer Uwe Ferl liegt es am Herzen, dass "Welli", so wird er im Verein genannt, einen würdigen Abschluss erhält. "Wir haben uns bemüht, für ihn ein Abschiedsspiel gegen den HFC zu organisieren. Doch wenn Halle in die 3. Liga aufsteigt, stehen die Chancen eher schlecht." Wie heißt die Ausweichvariante? "Es wird eine ordentliche Verabschiedung geben!" Mehr will Ferl zu diesem Thema nicht sagen. Der 53-Jährige hat trotz der einen noch ausstehenden Pflichtaufgabe längst mit den Planungen für die kommende Serie begonnen. "Bisher hat sich noch kein Spieler abgemeldet", erklärt er und geht davon aus, dass zum Vorbereitungsstart am 20. Juni wieder aller Oberliga-Kicker an der Startlinie stehen.

Klar ist, dass Ferl mit Co. Olaf Aßmann und Torwarttrainer René Koslowski in die nächste Serie geht. Neuzugänge? Es habe Gespräche mit einem Innenverteidiger gegeben, der viel Oberliga-Erfahrung besitzt. "Den musste ich nicht extra beobachten. Dafür habe ich eine Nase", sagt Ferl, der anfügt, dass der Spieler "Interesse bekundet habe" nach Piesteritz zu kommen. Beim Namen legt der 53-Jährige aber sofort ein Schweigegelübde ab.

Ferl bekennt, dass seine Jungs im ersten Oberliga-Jahr viel Lehrgeld gezahlt haben. "Doch diese Erfahrung kann uns keiner nehmen." Der Chefcoach gibt auch zu, dass die Rückrunde nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen ist. Deshalb wolle man sich am Sonntag mit einer ordentlichen Leistung vom Heimpublikum in die Sommerpause verabschieden. "Ein Punkt sollte es schon sein."