Gegen Brachstedt lösten sich die MSV-Aufstiegshoffnungen wie hier bei Simon Schmidt (blau) in Luft auf. (FOTO: SCHUMANN)
Direkt nach Abpfiff fielen alle Spieler des MSV Eisleben dorthin, wo sie gerade gestanden hatten. Trainer Steffen Heyer ging umher und verteilte aufmunternde Klapse und Klopfer. Auf der anderen Seite des Platzes das emotionale Gegenstück. Die Mannschaft von Blau-Weiß Brachstedt zelebrierte einen Hüpfkreis und feierte mit den etwa 30 mitgereisten Anhängern den Aufstieg in die Landesliga drei Spieltage vor Ultimo.
Zuvor hatte der MSV das Aufstiegsendspiel auf heimischen Platz mit 0:1 gegen den Spitzenreiter aus Brachstedt verloren und damit jede Chance auf den direkten Wiederaufstieg in die Landesliga verspielt. "Der Aufstieg ist nicht heute entschieden worden, sondern schon vorher", sagte ein sichtlich enttäuschter MSV-Trainer Heyer nach dem Spiel.
Dabei hatte die Partie für seine Mannschaft vielversprechend begonnen. Gleich in der ersten Minute hatte der MSV die doppelte Chance zur Führung. Zunächst scheiterte Kapitän Patrick Bloßfeld mit einem über die Mauer gezirkelten Freistoß aus 16 Metern an Gästetorwart Thomas Brose, der den Ball nach vorne abprallen ließ. Den Nachschuss aus sechs Metern vergab Simon Schmidt kläglich, in dem er genau auf den am Boden liegenden Gästeotrmann Brose zielte.
Nach diesem Auftakt verflachte die Partie von Minute zu Minute und spielte sich immer mehr im Mittelfeld ab. Allerdings gingen beide Mannschaften zunehmend härter in die Zweikämpfe. So musste Heyer schon in der 30. Minute den stark gelb-rot gefährdeten Tino Pautsch durch Marcel Friebe ersetzen.
Auch in der zweiten Halbzeit nahm das Niveau der Partie kaum zu. "Es sah nicht danach aus, dass hier der Zweite gegen den Ersten spielt", meinte Gästetrainer Maik Scholz. Allerdings war seine Mannschaft im zweiten Spielabschnitt von zwei schlechten Mannschaften die bessere. Thomas Jebock köpfte nach einer Flanke aus drei Metern knapp über das Tor (47.). Zudem wurde Brachstedt in der 59. Minute ein Tor wegen einer umstrittenen Abseitsposition nicht anerkannt.
Der MSV sowie die meisten der 105 Zuschauer schöpften in der 70. Minute noch einmal Hoffnung, als Brachstedts Christian Müller wegen wiederholtem Foulspiel vom Platz musste. Allerdings umsonst. Auch mit einem Mann mehr erspielte sich Eisleben keine richtig zwingende Torchance.
Stattdessen schlug der Tabellenführer zwei Minuten vor Schluss eiskalt zu. Nach einem langem Ball setzte sich Brachstedts David Reza durch und schoss aus zwölf Metern unhaltbar ein. "Brachstedt hat das clever zu Ende gespielt", sagte Heyer nach der Partie. Und Gästetrainer Scholz ergänzte: "Wir haben glücklich, aber nicht unverdient gewonnen." Mit der ersten Heimniederlage des MSV ist das Aufstiegsrennen endgültig entschieden. Die ungeschlagenen Brachstedter liegen nun mit zehn Punkten Vorsprung bei noch drei ausstehenden Partien uneinholbar vor den Eislebern. Für den MSV heißt das mindestens noch ein weiteres Jahr Landesklasse,
MSV Eisleben:
Einicke, C. Bloßfeld (80. Schlolaut), Schwarzbach, Schuhmann, Brandt, Baierl, Mewes, Schmidt, Stamm (62. Janke), Pautsch (30. Friebe)