Ruhende Bälle, also die so genannten Standard-Situationen, sind ein probates Mittel, Tore zu erzielen. Meistens dann, wenn es aus dem Spiel heraus mit dem Toreschießen absolut nicht klappen will. So auch am Sonnabend beim Testspiel zwischen der Landesklasse-Elf des MSV Eisleben und der zwei Klassen höher in der Verbandsliga angesiedelten Vertretung des VfB Sangerhausen. 3:0 entschied die Mannschaft aus der Kreisstadt das Spiel für sich, zwei Treffer fielen dabei nach Eckbällen, ein Tor nach einem Freistoß.
Lange Zeit schien es so, als könnten die mit sechs ihrer acht Neuzugänge in der Startformation angetreten Gäste den MSV-Riegel nicht knacken. Zwar hatten die Sangerhäuser weitaus mehr Ballbesitz, doch an MSV-Keeper Tobias Drechsler und der von Mirko Schuhmann bravourös gestellten Abwehr bissen sie sich die Zähne aus. Dabei gab es Chancen, doch insbesondere Lars Timpe klebte das Pech an den Füßen.
Als er Keeper Drechsler dann endlich einmal überwunden hatte, trudelte die Kugel an den Pfosten. Es blieb bis zur Pause beim 0:0. Auch deshalb, weil der diesmal als Mannschaftskapitän fungierende Christoph Schwab im VfB-Tor mit einigen guten Paraden die Chancen der Gastgeber vereitelte.
Bis zur 70. Minute hielten die Lutherstädter, die nach dem Seitenwechsel kaum noch zu torgefährlichen Aktionen kamen, das torlose Unentschieden. Dann klingelte es doch. Maßgeblich daran beteiligt waren zwei der Rückkehrer beim VfB. Nach einem Eckball von Steven Ebert schraubte sich Marcus Bäcker in die Höhe und traf zum 1:0. Zehn Minuten darauf und einem dazwischen liegenden fulminanten Lattenkracher von Andre Meyer gab es das 2:0. Auch diesmal gab Ebert die Vorlage mit einem Freistoß, Timpe war zur Stelle und köpfte ein. Zwei Minuten vor Ultimo das 3:0. Diesmal brachte Frank Schneider den Ball aus Nahdistanz im Netz unter. Dabei blieb es bis zum Schluss.
Am Ende war der MSV-Trainer Steffen Heyer trotz der Niederlage zufrieden. "Zum Schluss war die Kraft ein bisschen weg. Trotzdem, wir haben gegen einen zwei Klassen höher spielenden Gegner eine Topleistung gezeigt."
Auch Frank Schneider, der den nach wie vor im Urlaub weilenden VfB-Coach Bernd Nemetschek als Spieler-Trainer vertrat, zog ein positives Fazit. "Man hat zwar gesehen, dass die Abstimmung noch nicht optimal läuft. Trotzdem, vor allem im Abwehrverhalten hat vieles schon gestimmt."