"Das sind wir auch unseren Anhängern schuldig", sagt der Vereinsvorsitzende Peter Kurth. Er hat am Freitagabend eine Festsitzung eröffnet und dabei auch einige engagierte Mitglieder geehrt.
Der Traditionsverein hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Es ging seit 1912 auf und ab. Nach einer längeren Durststrecke spielt die erste Männermannschaft seit der letzten Saison wieder in der Kreisliga. "Und dort haben wir uns als Aufsteiger gut behauptet", so Vereinsvize Jens Eckhardt. Immerhin landete die Truppe von Spielertrainer Nicky Kommer auf dem vierten Platz. "Damit hatte keiner gerechnet", räumt Kurth ein.
Da wurden gleich Erinnerungen wach an jene Zeiten, als Ahlsdorf noch auf Landesebene spielte. Das ist freilich schon über 20 Jahre her. Damals war die Wertstofferfassungsfirma Sero groß als Sponsor bei den Blau-Weißen eingestiegen. Mit dem Geld, was dadurch floss, wurden ehemalige Spieler von Dynamo Eisleben in den Mansfelder Grund gelockt. Mit dem Firmenzeichen im Vereinsnamen und auf dem Trikot feierten die Fußballer von Blau-Weiß im Jahre 1993 mit dem Aufstieg in die Landesliga ihren bisher größten Erfolg. Doch der Aufschwung währte nicht lange. Kurz darauf ging es mit Sero bergab, auch Ahlsdorf musste absteigen. Nicht nur einmal. Der "tiefe Fall" endete erst in der 2. Kreisklasse. "Der Verein stand damals vor dem Aus", erinnert sich Kurth. Die Verantwortlichen besannen sich nach dem missglückten "Sero-Abenteuer" wieder auf die eigenen Tugenden und den Nachwuchs. Nach und nach erholte sich der Fußballverein, der 1992 immerhin schon den Mansfeld-Pokal geholt hatte. Und in der 70-er Jahren auch schon einmal Kreismeister war. Davon können die Ahlsdorfer Fußballer zwar heute nur noch träumen. Doch der Verein mit seinen derzeit 64 Mitgliedern steht auf einem gesunden Fundament.
Neben der ersten Männermannschaft gibt es darüber hinaus seit 2009 eine Zweite, die in der Kreisklasse kickt. Auch die Alten Herren treten regelmäßig gegen andere Oldie-Teams an. Und der Nachwuchs lernt in einer Spielgemeinschaft Mansfelder Grund das Fußball-ABC. "Alleine kriegen wir keine Jugendmannschaft mehr zusammen", so Kurth. Er beschreibt damit einen Trend, der überall in der Region zu verzeichnen und wohl nicht mehr aufzuhalten ist.
Aufwärts geht es zumindest für all jene, die die Spiele der Ahlsdorfer sehen wollen. Sie müssen eine steile Treppe erklimmen, um auf den Sportplatz zu gelangen, der vor 50 Jahren eingeweiht wurde.