Fußball: Das neue alte Sturm-Duo

08.08.2012 22:27 Uhr | Aktualisiert 08.08.2012 22:28 Uhr
Er soll für mehr Tore sorgen: Tobias Cramer in Aktion beim 6:1 Testspiel-Sieg gegen BSV Ammendorf. (FOTO: ECKEHARD SCHULZ) 
Von Julius Lukas
Die schlechteste Offensive der vergangen Oberliga-Saison hat sich im Angriff verstärkt. Mit zwei Spielern, die im Verein keine Unbekannten sind.
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Halle (Saale)/MZ. 

Sie rannten und rannten und rannten. In allen Vorbereitungsspielen für die neue Saison waren zwei Spieler des VfL Halle 96 immer besonders in Bewegung. Sobald die Gegner in Ballbesitz kamen, flitzten entweder Tobias Cramer oder Georg Ströhl los, während sich ihre Mannschaftskollegen in zwei Viererketten in der eigenen Hälfte verbarrikadierten.

Den beiden Offensivkräften des VfL 96 kommt eine zentrale Rolle im Spiel des Oberligisten zu. "Wir sollen immer früh drauf gehen und den Gegner gleich im Aufbau stören", erklärt Cramer. Frühes Pressing - das ist die Strategie, die sich Trainer Lars Holtmann ausgedacht hat. Doch bei der 1:3-Generalprobe gegen Union Sandersdorf am Mittwochabend funktionierte das ebenso wenig wie das Aufbauspiel.

Doch wenn es am Wochenende im Spiel gegen SSV Markranstädt ernst wird, sind die beiden gesetzt. "Sie werden im Angriff spielen", versicherte VfL-Trainer Lars Holtmann. Denn genau dafür hat der VfL sie als Verstärkung geholt. Doch das einzige Tor am Mittwoch erzielte Ricky Wittke.

Tobias Cramer und Georg Ströhl kamen vom Verbandsligisten Edelweiß Arnstedt zurück, nachdem sie zuvor bereits gemeinsam für den VfL gespielt hatten. Sie bilden nun also das neue alte Sturm-Duo, das die Mannschaft vom Zoo dringend nötig hat.

In der vergangenen Saison hatte der VfL mit 22 Treffern in 25 Spielen den schwächsten Angriff der Oberliga Süd. Bei Arnstedt erzielte allein Tobias Cramer in der letzten Spielzeit zwölf Tore und bereitete weitere sechs vor.

Darüber hinaus verlief die Zeit der beiden Offensivspieler bei der Verbandsliga-Mannschaft jedoch nicht besonders glücklich. Vor allem für Georg Ströhl war der Wechsel zur Winterpause 2011 am Ende ein großes Missverständnis. Elf Einsätze und nur ein erzieltes Tor standen für den 24-Jährigen nach einer halben Saison zu Buche. Aber auch Tobias Cramer, der 2010 zu Edelweiß Arnstedt wechselte, zieht ein negatives Fazit. "Mir wurde vom Verein ein Konzept präsentiert, das mich damals überzeugt hat, aber dann passierte zwei Jahre lang nichts", erzählt der Angreifer, der vom VfL Halle gerne zurück genommen wurde: "Ich wurde hier mit offenen Armen empfangen."

Mit Ströhl zusammen soll er nun wieder für Tore sorgen. "Wir kennen unsere Laufwege und harmonieren zusammen", sagt Cramer, der seit der Jugend mit Ströhl zusammenspielt. Auch Lars Holtmann sieht die beiden als derzeit bestes Angriffs-Duo. "Tobi kann sehr gut mit Georg", sagt der Trainer des VfL, der neben der Torgefährlichkeit von Ströhl auch Cramers Fähigkeiten bei ruhenden Bällen hervorhebt: "Er ist bei uns mit Abstand der beste Standardschütze."

Allerdings seien die beiden Offensivspieler laut Holtmann noch nicht bei 100 Prozent. Beim Spiel gegen den ZFC Meuselwitz am vergangenen Sonnabend wurden Ströhl und Cramer nach gut 80 Minuten ausgewechselt, was auch ihrer fehlenden Fitness geschuldet war. "Bei Arnstedt in der Verbandsliga hatten wir nur drei Mal in der Woche Training", erklärt Cramer, "da baut man natürlich etwas ab."

Trainer Lars Holtmann pflichtet ihm bei: "Tobi hatte schon ein paar Pfund zu viel, als er zu uns kam." Zum Oberliga-Auftakt am Sonntag sollen die allerdings endgültig verschwunden sein, wie Holtmann prophezeite: "Wir werden Tobi im Training weiter quälen."

Doch die harten Einheiten steckten am Mittwoch noch dem gesamten Team in den Beinen. Die Frische soll am Sonntag zurück sein.