Matthias Härtl (2. von links) war mit zwölf Toren bester Knipser des TV Askania in der abgelaufenen Saison. (ARCHIVFOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
Sie gehen, wenn es am schönsten ist. Was waren die Gründe für Ihren bereits seit dem Frühjahr feststehenden Rückzug?
Heiko Böhler: "Für mich war es vor dem Saisonauftakt schon klar, dass ich eine Pause einlege. 27 Jahre lang habe ich nur für den Fußball gelebt. Ich benötige jetzt ein bisschen Abstand, um mich anderen Dingen zu widmen. Die Familie ist zu kurz gekommen. Da möchte ich erst einmal etwas durchatmen und zurückgeben."
Ihre Elf schnupperte sehr lange Zeit am Aufstieg, führte die Verbandsliga vor dem Spitzenspiel gegen die HFC-Reserve sogar an. Wie kam Bernburg auf den Platz an der Sonne?
Böhler: Wir hatten eine überragende Fitness. Dazu kam das Selbstbewusstsein durch die Erfolgsserie. Wir blieben zehn Spiele hintereinander ungeschlagen und stellten damit einen neuen Vereinsrekord auf. Wir haben vor allem von der taktischen Disziplin gelebt. Wir hatten in dieser Phase fast keinen Ausfall. Unsere starke Leistung hat in Sachsen-Anhalt für Aufsehen gesorgt. Besonders gefreut hat mich das Kompliment von HFC-Präsident Michael Schädlich, dem die positive Entwicklung in Bernburg nicht entgangen ist.
Wer hat entscheidend zum Erfolg beigetragen?
Böhler: Der Erfolg hat viele Väter. Tony Adam hat sehr gut eingeschlagen, sich dann aber leider verletzt. Matthias Härtl hatte eine überragende Phase. Torhüter Patrick Baldauf und Abwehrchef Eric Spielmann haben unserer Defensive die nötige Stabilität gegeben. Nicht umsonst haben wir mit die wenigsten Gegentore kassiert. Kapitän Michael Schmidt war unheimlich wichtig für unser Spiel.
Weshalb ging ihren Schützlingen am Ende die Luft etwas aus?
Böhler: Die Konzentration meiner Schützlinge hat sehr darunter gelitten, dass vor der Begegnung beim VfB Sangerhausen herauskam, dass ich zum Saisonende meinen Hut nehme. Das ist ziemlich unglücklich gelaufen, dass mein Abgang so früh von Seiten des Vereinsvorstands publiziert wurde. Die Mannschaft hatte wirklich die große Chance, richtig etwas zu reißen und den Titel zu holen. Danach hat die Mannschaft zehn Prozent weniger gebracht. Wer weiß, ob diese Möglichkeit so schnell wiederkommt.
Was kann die Mannschaft in der kommenden Saison erreichen?
Böhler: Ich hoffe, dass der TV Askania wieder oben mitspielt. Unter meiner Regie ging es acht Jahre stetig aufwärts. Es wäre eine Enttäuschung, wenn der Verein diesen Weg nicht fortsetzen könnte. Ein Platz unter den ersten Drei sollte möglich sein. Die Mannschaft besitzt dazu das Potenzial, denn aus der Oberliga kommt keine Mannschaft herunter und ein Verein aus der Verbandsliga steigt auf.
Wäre die Mannschaft in der jetzigen Zusammensetzung tauglich für die Oberliga?
Böhler: Mit drei gestandenen Leuten in der Abwehr, im Mittelfeld und im Angriff wäre das Team in der jetzigen Zusammensetzung durchaus in der Lage, in der Oberliga mitzuspielen und die Klasse zu halten.
Sie haben den Trainerschein gemacht. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Böhler: Ich mache im nächsten Jahr den B-Schein Leistungsfußball, werde mich neben meiner Familie meinem zweiten Hobby widmen und einige Tennisturniere bestreiten. Vielleicht packen wir mit dem TC Trinum auch noch den Aufstieg in die Landesliga. Ich hatte diverse Gespräche mit verschiedenen Mannschaften von der Landes- bis zur Regionalliga. In absehbarer Zukunft werde ich sicherlich auch wieder eine Mannschaft betreuen.
Wird es einen Trainer Heiko Böhler noch einmal beim TV Askania Bernburg geben?
Böhler: Das kann ich mir im Moment nicht vorstellen.