Trainer Matthias Zech (FOTO: A. LÖFFLER)
Da wären es in der noch ausstehenden drei Saisonspielen auf Herrengosserstedt zwar immer noch sechs Punkte Rückstand gewesen. Aber immerhin: Die Hoffnung wäre dagewesen, denn Herrengosserstedt hat sein Restprogramm ausschließlich gegen Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte.
Bis zur 66. Minute führt Nietleben auch 2:1, ist hoch und drückend überlegen, ein drittes, ein viertes Tor scheinen nur eine Frage der Zeit. Dazu hat der Schiedsrichter noch zwei "vermutlich reguläre Tore", so Trainer Matthias Zech, nicht gegeben. Dann gibt es Elfmeter. Gegen Nietleben. Hettstedt gleicht aus. Nietleben stürmt weiter, will unter allen Umständen doch noch den Sieg und läuft in der 89. Minute in einen Konter. 2:3. Heim-Niederlage. Abstieg. Ein knüppeldicker Tiefschlag. Trauer in Nietleben und bei den "Heide-Atzen", der treuen Fan-Gruppe.
"An diesem Tag kam nun aber wirklich alles zusammen. Und alles gegen uns", sagt Zech. Und dann, mit einigem Abstand: "Trotzdem sind wir nicht an diesem Tag abgestiegen. Wer nur ein Spiel in der Rückrunde gewinnt, der hat es am Ende auch nicht verdient, drinzubleiben." So die bittere Wahrheit.
Zech, 42 Jahre alt und seit nun schon zwölf Jahren bei den Heide-Kickern, hat an dieser bitteren Wahrheit immer noch zu knabbern. "Ich bin ja schon mal abgestiegen. Aber das war bei weitem nicht so bitter wie jetzt. Damals mussten wegen der Umstrukturierung der Fußball-Klassen fünf von 13 Mannschaften absteigen und wir haben erst am letzten Spieltag das rettende Ufer verfehlt", erinnert er sich. Dieses Mal aber habe der Mannschaft "einfach die Klasse" gefehlt. Diese Analyse ehrt Zech, weil er das Ungemach nicht am unglücklichen Spielverlauf gegen Hettstedt festmacht.
Wie es nun weitergeht mit Askania Nietleben und Zech, das steht weitgehend in den Sternen. "Noch bin ich Trainer und ich bin auch bereit, weiterzumachen", sagt er. Dabei wurde er schon vor vier Wochen teilweise entmachtet, als er mit Michael Berke und Holger Jähne zwei Helfer an die Seite gestellt bekam. Zech sollte selbst im gestandenen Fußballeralter noch einmal die Stiefel schnüren, es reichte allerdings nur zu drei Spielen. Dann kam eine Zerrung und beendete das Comeback ganz schnell.
Die Zukunft wird ganz entscheidend davon abhängen, wie viele Spieler aus der jetzigen Mannschaft auch für die kommende Saison bleiben. "Ich werde mit jedem Einzelnen sprechen. Und dann muss jeder ja oder nein zu Nietleben sagen", sagt Zech. Er wünscht sich, dass die Entscheidungen schon in den nächsten Tagen getroffen werden. Noch einmal Zech: "Der Neuaufbau der Mannschaft muss zügig beginnen." Es muss weitergehen nach einem knüppelharten Tiefschlag.