Fußball: Eine Frage der Qualität

29.07.2012 19:49 Uhr | Aktualisiert 29.07.2012 21:47 Uhr
Sebastian Gasch (2. v. l.), hier flankiert von den beiden Piesteritzer Verteidigern Florian Freihube (links) und Tim Hebsacker, erzielte beide Tore für Meuselwitz. Die Partie leitete Dirk Meißner aus Zahna. (FOTO: THOMAS TOMINSKI) 
Von thomas tominski
Die Piesteritzer Oberliga-Mannschaft hat einen neuen Abwehrchef. Neuzugang Pawel Wojciechowski aus Polen bewies am Samstag im Testspiel gegen Regionalligist ZFC Meuselwitz (3:2), dass der Chef der Viererkette nicht der Lautsprecher auf dem Platz sein muss.
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wittenberg/MZ. 

Der 28-Jährige dirigierte seine Nebenleute per Fingerzeig, gewann jeden Zweikampf, leistete sich in der Spieleröffnung keinen Fehlpass und löschte jeden "Flächenbrand" im Strafraum. "Pawel muss keine lauten Kommandos geben", meinte Co-Trainer Olaf Aßmann, der dem Polen ein "gutes Auge für die Situation" bescheinigte. "Er hat die Abwehr perfekt organisiert", betonte der 43-Jährige, der den 3:2-Sieg des FC Grün-Weiß gegen Meuselwitz in die Rubrik "wichtig für das Selbstvertrauen" einstuft. "Die Mannschaft hat ordentlich Fußball gespielt. Jetzt ist Schluss mit Bolzerei."

Gäste-Trainer Holm Pinder stand nach dem Abpfiff völlig fassungslos am Seitenrand und machte seinem Unmut schnell Luft. "Enttäuscht ist nicht das richtige Wort. Das war eine absolute Frechheit, was meine Mannschaft 14 Tage vor dem Saisonauftakt geboten hat." Die angedrohte Strafmaßnahme folgte sofort im Anschluss. Ausgiebiges Auslaufen mit eingebauten Sprinteinheiten stand auf dem Programm. "Unser Ziel in der nächsten Serie ist ein gesicherter Mittelfeldplatz", erzählte Pinder weiter, dessen Anspruch es eigentlich war, um Platz vier mitzuspielen. "Dafür fehlt uns das Personal."

Beide Teams boten den etwa 80 Zuschauern ein sehenswertes Match. Piesteritz und Meuselwitz setzten sofort auf Offensive und gingen engagiert in jeden Zweikampf. Kurzum: Von der ersten Minute an war ordentlich Pfeffer drin! Der Regionalligist war zwar optisch überlegen, doch um die Gastgeber in die Bredouille zu bringen, fehlte den ZFC-Kickern der letzte Biss. Der FC Grün-Weiß agierte taktisch sehr diszipliniert und deckte schnell die Schwachstellen in der gegnerischen Hintermannschaft auf. Vladimir Penev (8.) gelang mit tollem Distanzschuss das 1:0, wenig später scheiterte der gebürtige Bulgare am Meuselwitzer Torwart Chris Flader (20.). Der nächste Nadelstich war ein Volltreffer. Jeffrey Neumann schüttelte ZFC-Verteidiger Daniel Ferl im Laufduell ab und blieb im Abschluss kühl bis in die Haarspitzen (30.). Das letzte Achtungszeichen vor der Pause setzte der Regionalligist. Carsten Weis, der bereits in der zwölften Minute nur den Innenpfosten getroffen hatte, knallte einen Freistoß an die Oberkante der Querlatte (41.). Nach dem Wechsel ging es Schlag auf Schlag. Sebastian Gasch nutzte eine Schaltpause in der grünweißen Abwehr und erzielte den Anschlusstreffer (47.). Auf der Gegenseite zeigte Neumann, wie eine Verteidigung schwindlig gespielt wird. Schneller Antritt, Mut zum Risiko, Gegenspieler und Torwart ausgetrickst - 3:1 (50.). Nach einer Stunde war für den zweifachen Torschützen die Partie beendet. Dieser forderte per Griff an den Oberschenkel seine Auswechslung. "Nichts passiert. Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", erklärte Aßmann. In der Folgezeit stemmte sich der Regionalligist mit aller Vehemenz gegen die drohende Niederlage. Gasch gelang per Kopfballtreffer das 2:3 (63.). Der 29-jährige Angreifer hatte in der Schlussphase sogar den Ausgleich auf dem Fuß. Doch Wojciechowski und seine Nebenleute schafften es mit vereinten Kräften, den Ball aus der Gefahrenzone zu befördern (86.).

FC Grün-Weiß Piesteritz: Jan Lindemann, Oliver Hinkelmann (70. Heiko Wiesegart), Pawel Wojciechowski, Tim Körnig, Florian Freihube, Kevin Gerstmann, Robert Römer, Tim Hebsacker (74. Rick Albrecht), Vladimir Penev, Benjamin Witt, Jeffrey Neumann (60. Tobias Klier)