Die Eintracht-Teams aus Emseloh (blau) und Lüttchendorf bestimmten die Szenerie und stiegen auf. Emseloh gewann beide direkte Duelle. (FOTO: RALF KANDEL)
Was haben Kickers Gonnatal und Romonta Stedten II gemeinsam? Nun, beide Mannschaften spielen in der Kreisoberliga Mansfeld-Südharz und sind die einzigen Teams, die dem neuen Meister und Landesklasse-Aufsteiger Eintracht Emseloh in der Serie 2011 / 12 der höchsten Spielklasse des Landkreises eine Niederlage beibringen konnten. Zumindest einen Punkt knüpften Wacker Rottleberode und der VfR Roßla den Emselohern ab.
Das war es dann aber auch schon. Alle anderen Begegnungen entschied die Eintracht für sich. Und holte 80 Punkte. Zum Vergleich: Den Meistern der letzten drei Jahre, Grüne Tanne Wippra (70), Romonta Stedten II (68) und Wacker Rottleberode (68) reichten viel weniger Zähler zum Triumph. Auch das spricht für die Überlegenheit der Emseloher. Dazu kommen weitere imposante Zahlen. Nur 27 Gegentreffer kassierte die Eintracht, das ist Bestwert. Und die 91 geschossenen Tore werden nur von Eintracht Lüttchendorf (95) übertroffen. Kein Wunder, dass die Emseloher an der abgelaufenen Saison kaum etwas auszusetzen haben. "Wir sind rundum zufrieden", bringt es Peter Müller auf den Punkt. Der Emseloher Fußball-Chef nennt dann auch einige Gründe für den Erfolg. "Die Neuzugänge Daniel Stephansky und Sebastian Dell haben sich sowohl fußballerisch, als auch menschlich als echte Verstärkung erwiesen. Dazu kommt, dass wir im Saisonverlauf von größeren Verletzungsmiseren verschont geblieben sind, so konnte fast immer eine konstante Mannschaft spielen. Das spielt auch eine Rolle. Und außerdem hat die Truppe einen tollen Teamgeist", so sein Fazit.
Zufrieden ist man auch bei Eintracht Lüttchendorf. Für den Tabellenzweiten steht nach dem 30. Spieltag das Motto "Ende gut -alles gut." Nach einem holprigen Beginn, einem Trainerwechsel mitten in der Saison und einer beispiellosen Verletzungs-Serie machte die Mannschaft von Neu-Coach Michael Gläser doch noch die postwendende Rückkehr in die Landesklasse perfekt. Dabei profitierten die Lüttchendorfer von einer Ausnehme-Regel, konnte doch der KFV Mansfeld-Südharz in der abgelaufenen Saison zwei Aufsteiger stellen. "In der Rückrunde ist es für uns besser gelaufen. Am Ende ist es nur wichtig, dass es mit dem Aufstieg geklappt hat", so das Fazit von Eintracht-Manager Uwe Seemann, dem nach dem Aufstieg Zentner schwere Steine von der Seele fielen.
Eben jener Aufstieg blieb für die anderen Vertretungen der Kreisoberliga schlichtweg Utopie. Zu unausgeglichen präsentierte sich der Rest des Feldes. Paradebeispiel dafür ist Kickers Gonnatal. Das Team von Trainer Horst Kampe startete ganz stark, ließ ebenso stark nach und fand sich am Saisonende schließlich auf Rang zehn wieder.
Auch die Vertretungen von Wacker Rottleberode, am Ende immerhin Tabellendritter, der VfR Roßla, Rot-Weiß Großörner oder des Pokalfinalisten SV Welbsleben waren an guten Tagen zu sehr guten Leistungen fähig, im grauen Punktspiel-Alltag fehlte es aber an Konstanz. Eben jene Welbsleber schließen das obere Tabellendrittel ab.
Ein Tabellenmittelfeld gab es dagegen kaum. Kickers Gonnatal und Romonta Stedten II beenden den Reigen der Teams, die mit dem Abstieg nichts zu tun hatten. Alle übrigen Mannschaften, und das sind immerhin mehr als ein halbes Dutzend Teams, kämpften verzweifelt und mit mehr oder weniger großen Erfolg gegen den Fall in die Kreisliga. Schnell war dabei klar, dass sich Romonta Amsdorf II in sichere Gefilde verabschiedet.
Ebenso schnell war für die Teams von Uftrungen und Anhalt Sangerhausen der Zug zur Rettung abgefahren. Nachdem es lange so schien, als sollte der Abstieg für Anhalt ein Fall ins Bodenlose werden, ist jetzt in dieser Beziehung wenigstens ein Hoffnungsschimmer aufgetaucht. "Wir machen auf jeden Fall weiter", so Anhalt-Urgestein Ulli Kuhnke.
Dritte Mannschaft, die den Klassenerhalt nicht packte, ist Grün-Weiß Wimmelburg. Drei Spieltage vor dem Saisonende hatten die Wimmelburger noch ein Polster von sieben Punkten zu Fortuna Brücken, am letzten Spieltag fanden sich die Grün-Weißen dann auf dem drittletzten Platz wieder. Mit der Diskussion über die "Schummelliga", schossen die Wimmelburger, sie warfen den Lüttchendorfern bei der 0:3-Heimniederlage gegen Brücken Betrug vor, dazu noch ein klassisches Eigentor.
Bräunrode, der VfB Oberröblingen und Brücken, die Fortuna vorrangig Dank der Treffsicherheit ihres Torjägers Sebastian Krause, schafften dagegen die Rettung und sind so auch in der kommenden Saison dabei.
Die wiederum verspricht nicht weniger spannend zu werden, als die abgelaufene Spielserie der höchsten Spielklasse des Landkreises Mansfeld-Südharz. Ob dann die neue Bestmarke von 80 Punkten purzelt, wird sich herausstellen.