Fußball: Entscheidung erst nach 28 Elfmetern

20.08.2012 20:51 Uhr | Aktualisiert 20.08.2012 21:11 Uhr
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Von Stefan Schröter
2:2 stand es zwischen Höhnstedt und SG Großkugel nach der Verlängerung. Alles rechnete damit, dass das Duell nach den folgenden jeweils fünf Elfmetern endlich entschieden sein würde. Irrtum.
Halle (Saale)/MZ. 

"Einige unserer Spieler hatten ihre Trikots und Fußballschuhe schon ausgezogen", erinnert sich der Höhnstedter Co-Trainer Jens Gabler an diesen denkwürdigen Pokal-Samstag der Saalekreis-Fußballer bei der SG Großkugel. 2:2 stand es nach Verlängerung, und alles rechnete damit, dass das Duell nach den nun folgenden jeweils fünf Elfmetern endlich entschieden sein würde. Irrtum.

Und die Suche nach Mutigen gestaltete sich zunehmend schwierig. "Einen sechsten und siebenten Schützen zu finden ging noch, aber ab dem achten wurde es kritisch", sagt Gabler zu dem irrwitzigen Elfmeterschießen, das einfach kein Ende finden wollte.

Sechs Spieler mussten doppelt ran

Nachdem Höhnstedts Torwart als Elfter an der Reihe war und traf, machten sich die ersten fünf und vermeintlich sicheren Schützen wieder bereit. Doch André Schulz, der kurz vor Ende der Verlängerung nur für den Notfall - das Elfmeterschießen - eingewechselt worden war, scheiterte bei seinem zweiten Versuch.

Weil aber der Großkugeler anschließend ebenfalls versagte und zum insgesamt dritten Mal den Sack nicht zumachen konnte, musste Höhnstedts Neuzugang Rene Kaschperk noch mal zum Punkt. Diesmal hatte er weiche Knie und patzte. 13:12 gewann schließlich Großkugel - nach insgesamt 28 Elfmetern.

"Immer wenn ich gedacht hab, jetzt ist es vorbei, dann ging es noch mal weiter", berichtet Silvio Hobsch vom SG Großkugel-Vorstand, dessen Spieler sich hinterher vor Freude mit Wasser überkippt haben.

Unglücksrabe Kaschperk, der im Spiel mehrere Großchancen nicht verwerten konnte, soll derweil mit seinem Auto fluchtartig und stocksauer das Gelände verlassen haben.

Ausgleich erst in der 88. Minute

Co-Trainer Gabler hat das Unheil kommen sehen: "Ich ahnte, dass wir das Spiel verlieren", sagt er und ergänzt: "Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, haben drei Mal Aluminium getroffen, aber sowas geht dann im Pokal eben schief." Dabei hat Höhnstedt erst in der 88. Minute mit dem 2:2-Ausgleich die Verlängerung und das anschließende Elfmeterschießen möglich gemacht.

Ins Bild passt, dass Großkugel als Absteiger seit dieser Saison eine Klasse unter dem Kreisligisten Höhnstedt spielt. "Die haben in ihrer Vorbereitung fast alle Spiele verloren. Auf ihrer Homepage suchen sie sogar noch Spieler", weiß Gabler. Doch die Außenseiter hatten einfach bessere Nerven.