Fußball: Fehlender Schieri wird ziemlich teuer

28.06.2012 19:09 Uhr | Aktualisiert 28.06.2012 21:54 Uhr
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Fußball

Spielbälle liegen auf dem Rasen. (SYMBOLFOTO: DPA)

Es ist ein tiefer Griff in die Schatulle: Wegen des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls in der Saison 2010/11 muss der SV Hellas 09 Oranienbaum nachträglich 342 Euro an den Fußball-Kreisfachverband Anhalt entrichten.
Dessau-Rosslau/MZ/ABE. 

Es ist ein tiefer Griff in die Schatulle: Wegen des nicht erfüllten Schiedsrichtersolls in der Saison 2010 / 11 muss der SV Hellas 09 Oranienbaum nachträglich 342 Euro an den Fußball-Kreisfachverband Anhalt entrichten. Der Entscheidung des Sportgerichts ging ein Antrag des Schiedsrichter-Ausschusses voraus. In ihm wurde festgestellt, dass die Hellenen statt der vorgeschriebenen drei lediglich zwei Referees stellten, die die Mindestzahl von 15 Einsätzen erreichten.

Eine geringere Geldstrafe kam laut Urteilsbegründung nicht in Frage, da die erste Männermannschaft des Vereins damals noch in der Landesklasse spielte und bereits im vierten Jahr in Folge gegen die Spielordnung des Fußballverbands Sachsen-Anhalt verstoßen wurde. Ebenfalls nicht strafmildernd fiel ins Gewicht, dass das beim Start der Serie gemeldete Frauenteam zu einem frühen Zeitpunkt aus dem Wettkampfbetrieb zurückgezogen wurde.

Die Strafe wurde auch verschärft, weil der Verein über viele Jahre seinen Verpflichtungen, die notwendigen Schiedsrichter zu stellen, nicht nachgekommen ist. Folglich stelle die Höhe zugleich eine Warnung dar, künftig Verpflichtungen nachzukommen. Dies ist inzwischen der Fall, da Hellas seit der Saison 2011 / 2012 als Spielgemeinschaft mit Grün-Weiß Wörlitz agiert. Hinzu kommt, dass der Wörlitzer Julian Fröhlich den Lehrgang für Schiri-Anwärter bereits erfolgreich absolviert hat.

Im KFV Anhalt hatte Schiedsrichter-Obmann Timo Stenke für die Saison 2010 / 2011 auch noch gegen Rot-Weiß Zerbst, Grün-Weiß Dessau, die FSG Steutz / Leps, Walternienburg und Jeber-Bergfrieden die Einleitung von Sportgerichtsverfahren beantragt. Kavaliersdelikte sind derartige Verstöße gegen die Spielordnung nicht. Stenke jedenfalls wäre es lieber, wenn er auf finanzielle Bestrafungen verzichten könnte und dafür eine größere Menge an Schiedsrichtern hätte. Er ist nämlich weit davon entfernt, Entwarnung zu geben. Seit 2008 wurden im Kreisfachverband zwar 40 Referees ausgebildet. In den zurückliegenden dreieinhalb Jahren hängten jedoch 43 von ihnen die Pfeife an den Nagel. Gerade jüngere Leute würden nach einiger Zeit wieder abspringen. "Da kommt es darauf an, wer wirklich Blut leckt", sagte der Schiri-Obmann.