In dieser Szene kann Nienburgs Schlussmann Sebastian Weißke den Schuss des Förderstedters Chris Ingler parieren, doch insgesamt musste Torhüter des Absteigers gegen den Meister sieben Mal hinter sich greifen. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)
Nach vier Jahren Salzlandliga steigt der SV Förderstedt wieder in die Landesklasse auf. Mit einem 7:1 beim bereits abgestiegenen 1. FSV Nienburg verteidigte der SV Förderstedt um den Torschützenbesten der Liga, Marcus Janich (21 Tore), seinen Zwei- Punkte-Vorsprung und konnte diesen sogar auf fünf Zähler ausbauen, da Verfolger SV 09 Staßfurt II beim heimstarken Neuling SG Gnadau mit 1:3 verlor.
Auch ohne ihren Torjäger Markus Janich kam der SVF in Nienburg leicht zu drei Punkten. Sein Bruder Marko sprang für den Torjäger in die Bresche und traf dreimal. Schon nach einer Minute führte Förderstedt 1:0 durch einen Handelfmeter von Christian Lattorf. Zweimal Janich und einmal Christian Conrad erhöhten bis zur Pause auf 4:0. Dabei schmeichelte der Halbzeitstand dem Gastgeber noch. Im sicheren Gefühl des Wiederaufstiegs taten die Gäste nur noch das Nötigste, was immer noch zu drei weiteren Treffern reichte. Die größte Möglichkeit für Nienburg, neben dem Elfmetertor in der Schlussminute, vergab Steffen Krähe in der 53. Minuten, als er nur den Pfosten traf.
"Das Spiel gegen Förderstedt war kein Maßstab. Wir werden versuchen nächste Saison auf die Leistung von vor einer Woche in Rathmannsdorf aufzubauen und wollen dann in der Kreisliga eine gute Rolle spielen. Ein genaues Ziel möchte ich jetzt noch nicht ausgeben", so Nienburgs Trainer Dirk Bizuga nach der 1:7-Niederlage gegen den neuen Meister Förderstedt.
Auch der zweite Salzlandliga-Absteiger verabschiedete sich mit einer Niederlage aus der Spielklasse. Mit nur zehn Spielern und in der letzten halben Stunde verletzungsbedingt (Tobias Hilprecht) gar nur neun Akteuren, war gegen den Meisterschaftsdritten kein Blumentopf zu gewinnen. Gerbitz war nur auf Schadensbegrenzung aus, stand auch lange stabil in der Abwehr, ohne aber die drei Tore vor der Pause verhindern zu können. Nach dem Seitenwechsel zeigte der Tabellenletzte eine sehr starke Phase. Doch trotz vieler Chancen gelang der verdiente Ehrentreffer nicht. Der Kick verflachte im Schlussdrittel sichtlich. Jubel gab es von allen Spielern nur beim Abpfiff. Winningen klettert noch auf Rang drei, Gerbitz ging trotz Unterzahl über 90 Minuten nicht unter. "Wir werden jetzt die Scherben der Saison zusammenkehren und eine Bestandsaufnahme für das neue Spieljahr machen", war der Kommentar von Jahn-Schatzmeister Wolfgang Stump zum Abenteuer Salzlandliga, das nicht ganz unerwartet nur zwölf Monate dauerte.
Am letzten Spieltag hat es nun doch noch mit dem ersten Rückrundenerfolg für den VfL Ilberstedt geklappt. Mit einem 4:3-Auswärtssieg vermasselte man dem SV Wolmirsleben, der lange um den Titel mitspielte, noch Platz drei.
Dabei standen die Vorzeichen für die Peter-Elf denkbar schlecht, da zusätzlich zu den ohnehin Verletzten beide Torhüter ausfielen. Für sie sprang Co-Trainer Tom Handke ein, der gleich in der ersten Situation vor seinem Gehäuse schlecht aussah. Unmotiviert herauslaufend senkte sich ein Kopfball von Ronny Stock hinter ihm in die Maschen. Anschließend bot der Smandek-Ersatz aber eine fehlerfreie Leistung und trug einen großen Teil zum Auswärtserfolg seines Teams bei. Der frühe Rückstand schreckte die Gäste nicht. Mit guter kämpferischer Einstellung übernahm der VfL zunehmend das Kommando. Martin Gutsche traf den Pfosten, Benjamin Kuhn und Steffen Prengel verfehlten das Tor knapp und Angelo Beude traf per Eckball nur die Querlatte. Vom Gastgeber war nur wenig zu sehen. Doch wie in der gesamten Rückrunde agierte der VfL glücklos und musste mit dem Halbzeitpfiff auch noch das zweite Gegentor hinnehmen. Dabei war Ilberstedt das bessere und aktivere Team.
Auch nach dem Wechsel waren die Gäste spielbestimmend. Lars Ziesche (53.) und 60 Sekunden später Kuhn trafen zum 2:2-Ausgleich. Ilberstedt spielte jetzt den Gegner zeitweilig schwindlig. Als der Schiedsrichter jedoch ein Foul an Gutsche übersah, entstand aus dem folgenden Konter wieder die Führung für die Hausherren. Aber erstmals in diesem Jahr strotzten die Gäste vor Selbstvertrauen. Und wieder traf Ilberstedt binnen 60 Sekunden doppelt. Kuhn (63.) und der starke Marian Otto per Kopf nach Freistoß (64.) wandelten den Rückstand in eine Führung um.
Mit dem Auswärtserfolg verschafften die VfL-Akteure ihrem scheidenden Trainer Mirko Peter einen würdigen Abschluss. Entsprechend schwer fiel es dem Coach, sich von seiner Mannschaft zu verabschieden: "Ich danke den Jungs für eine schöne Zeit und verspreche, in welcher Position auch immer, nach einer Pause zurückzukehren." Auch Abteilungsleiter Uwe Gruschetzki fiel der Abschied sichtbar schwer: "Die Entwicklung in den vergangenen vier Jahren war atemberaubend und Mirko hatte seinen Anteil daran."