Fußball: Für die weitere Spannung

22.04.2012 18:31 Uhr | Aktualisiert 22.04.2012 21:08 Uhr
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Sandersdorf gegen Magdeburg

Erol Gugna (Weiß) blieb zwar diesmal ohne Torerfolg, war aber stets gefährlich. (FOTO: THOMAS RINKE)

Von christian kattner
Wenn der Gästetrainer in einer Pressekonferenz mehr Redeanteile als der Heimcoach hat, dann ist das meist aus Gastgebersicht kein gutes Zeichen. Als Indikator für den Ausgang der Partie zwischen Union Sandersdorf und Preussen Magdeburg konnte diese Verteilung diesmal nicht herhalten.
sandersdorf/MZ. 

Die Heimmannschaft setzte sich mit 2:0 durch - deutlich nicht nur im Ergebnis, sondern vor allem in der Art und Weise, in der sie die Oberhand behielt.

Und aufgrund dieser Unterlegenheit hatte Gästetrainer Dirk Hannemann diesmal auch etwas mehr zu erzählen, auch wenn man ihm anmerkte, wie schwer es ihm fiel. Als Sandersdorfs Präsident Uwe Störzner von einem Topspiel und den Oberligaambitionen der Magdeburger sprach, schaute Hannemann etwas entgeistert, musste kurz die Augen schließen. Das hätte er wohl gern auch während der 90 Minuten Spielzeit getan. So gar nicht eines Aufstiegskandidaten würdig stolperte seine Mannschaft teilweise über den Sandersdorfer Rasen. Und so fand Dirk Hannemann eine interessante Herabstufung der Partie: "Das war mehr ein Topf- als ein Topspiel." Ein Versprecher oder vielmehr Ausdruck der Enttäuschung ob der Leistung seiner Mannschaft? Enttäuscht war er allemal, sprach noch lange nach dem Abpfiff mit seinen Spielern auf dem Rasen des Sandersdorfer Sport- und Freizeitzentrums.

Das war mit 315 Zuschauern trotz der für Heimspiele ungewohnten, samstagnachmittaglichen Anstoßzeit relativ gut gefüllt. Wer den Weg zu diesem Fußball-Verbandsligaspiel gefunden hatte, sollte sein Kommen nicht bereuen, so er denn Fan der Gastgeber war. Die übernahmen gleich von Beginn an die Kontrolle, wussten um die Bedeutung dieser Partie: Nur ein Sieg würde sie im Rennen um den Landesmeistertitel halten. Und so offensiv gingen die Sandersdorfer auch zu Werke. Erol Gugna hätte bereits nach zehn Minuten die Führung erzielen können, scheiterte aber am Gästetorwart Steven Ebeling, auch Vincent Mustapha hatte im zweiten Versuch die Gelegenheit zum 1:0, sein Schuss ging aber links am Tor vorbei.

Von Magdeburg war nichts bis wenig zu sehen. Nach 25 Minuten tauchten die Gäste allerdings gefährlich im Strafraum auf. "Das hätte durchaus ein Treffer sein können", musste Rainer Lisiewicz nach dem Spiel zugeben. Doch sah der Sandersdorfer Trainer den Schuss der Preussen am Tor vorbeigehen. Seine Mannschaft machte es da wenig später besser. Direkt vor den Augen des Coaches ging Christoph Zorn in Richtung rechter Außenlinie, flankte von dort auf den langen Pfosten - Abnehmer Rico Gängel bedankte sich mit dem Kopf und der 1:0-Führung für Sandersdorf (31.) - gleichzeitig der Pausenstand.

Auch nach dem Seitenwechsel hatte man nicht das Gefühl, als würden sich die Gastgeber mit diesem knappen Vorsprung zufriedengeben, sich gar auf diesem ausruhen wollen. Union spielte weiter engagiert nach vorn, hatte durch Christoph Zorn und Erol Gugna gute Möglichkeiten zum 2:0. Was beide allerdings nicht schafften, besorgte dann Tommy Parthier. Konnte Magdeburgs Schlussmann einen Schuss von Gugna noch um den Pfosten lenken, so war er nach der anschließenden Ecke machtlos. Von der rechten Seite von Christoph Zorn getreten, konnte Parthier völlig freistehend im Fünfmeter einköpfen (56.). Spätestens jetzt hatte Union die Partie vollends im Griff.

Die Magdeburger fanden kein Mittel, um den Sandersdorfer Abwehrriegel zu knacken, standen sich sogar bei ihren Schüssen selbst im Weg. "Wir wollten eigentlich verhindern, dass Sandersdorf noch einmal oben ranschnuppert", so Hannemann, "aber wir haben weiter die Möglichkeit, Erster zu werden."

Doch die haben die Sandersdorfer nun auch wieder. "Bei uns geht es jetzt nur noch hop oder top", sagt Rainer Lisiewicz, "wir haben noch die kleine Chance uns heranzupirschen." Und wenn es am Ende nicht reichen sollte, hat Uwe Störzner auch schon einen Wunsch formuliert: "Wenn jemand außer uns aufsteigt, dann gönne ich es den Preussen."