Fußball: HFC-Reserve steigt in die Oberliga auf

17.06.2012 08:51 Uhr | Aktualisiert 17.06.2012 21:07 Uhr
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HFC II

Es ist geschafft: Die zweite Mannschaft des Halleschen FC feiert in Kemberg den Aufstieg in die Oberliga. (FOTO: WORBSER)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Die Reserve-Kicker des Halleschen FC haben am Samstag den Aufstieg in die Fußball-Oberliga geschafft. Mit einem 3:1-Sieg in Kemberg zorg die U23 aus Halle in der Tabelle noch an Preußen Magdeburg vorbei.
Halle (Saale)/MZ. 

Der Hallesche FC kommt aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Nun hat auch die zweite Mannschaft ihr Saisonziel erreicht und sich mit einem souverän herausgespielten 3:1-Auswärtssieg bei Rot-Weiß Kemberg die Meisterschaft in der Verbandsliga und den einzigen zu vergebenden Aufstiegsplatz für die Oberliga gesichert.

350 Zuschauer waren beim Saisonfinale in Kemberg dabei, darunter 300 Hallenser, die mit dem Fanbus angereist waren. Eine solche Aktion zur Unterstützung der zweiten Mannschaft hatte es noch nie gegeben. "Das war ein riesiges Erlebnis. Es passiert ja nun wirklich nicht alle Tage, dass man nach einem Spiel mit Sektduschen auf dem Platz gefeiert wird", sagte HFC-II-Trainer Carsten Hänsel.

Nur 20 Minuten hatte der HFC gebraucht, um in Kemberg zu beweisen, wer Herr im Hause ist und die begreifliche Nervosität nach der 0:2-Heim-Niederlage vom letzten Wochenende gegen Preussen Magdeburg zu überspielen. Dann traf Maximilian Heyse zum 1:0 nach einer Gemeinschaftsaktion von Junior Dennis Carl und Benjamin Knaack. Acht Minuten später erhöhte Sebastian Dräger nach einer Ecke von Marcel Nüchtern mit einem Kopfball auf 2:0.

Kembergs Anschlusstreffer in der 37. Minute warf den HFC nicht mehr aus der Bahn. Heyse machte mit seinem zweiten Treffer in der 67. Minute zum 3:1 alles klar. Die Vorarbeit dazu kam von Kevin Zschimmer, einem Spieler, der aus der A-Junioren-Bundesliga-Mannschaft aufgerückt war.

Große Party also in Kemberg, ein Freudentag für den HFC. Und dennoch gab es da einen bitteren Beigeschmack. "Ich fand es schon höchst befremdlich, dass kein einziger Vertreter des Landesverbandes in Kemberg war und zum Aufstieg gratuliert hat. Das gehört sich nicht. Gerade für meine 18 bis 20 Jahre alten Spieler wäre das ein Akt der Wertschätzung gewesen. Es ging schließlich um den Meistertitel in der höchsten Spielklasse des Landesverbandes", kritisierte Trainer Carsten Hänsel. Und weiter: "Wenn die Ehrung vielleicht in ein paar Wochen so nebenbei zwischen zwei Trainingseinheiten erfolgt, dann wäre das ein sehr billiger Ersatz."

Einmal in Fahrt konnte sich Hänsel einen weiteren Seitenhieb gegen den Verband nicht verkneifen. Es ging um die vergebene Möglichkeit, auch dem Zweitplatzierten das Aufstiegsrecht in die Oberliga zu gewähren. "Preussen Magdeburg und Sandersdorf haben genauso viel in dieses Spieljahr investiert, sie hätten den Aufstieg genauso verdient gehabt." Und letztlich stießen Hänsel auch noch die Äußerungen von Werner Georg, Präsident des Fußball-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, zum angeblich geringen sportlichen Wert der Oberliga unangenehm auf: "Das ist eben eine Theorie vom heimischen Schreibtisch. Besser wäre es auf jeden Fall gewesen, man hätte mal die betroffenen Vereine nach ihren Vorstellungen und Wünschen gefragt."

Der HFC II hat sich also gegen Preussen Magdeburg und Sandersdorf im Aufstiegsrennen durchgesetzt und geht nach nur zehn Tagen Sommerpause nun in das Abenteuer Oberliga. Hänsel: "Mehr Zeit zum Ausruhen bleibt leider nicht, die neue Saison beginnt ja schon am 10. August." Hänsel, der noch einen Vertrag bis zum Sommer 2013 hat, geht davon aus, dass er zum Trainingsbeginn "so etwa 90 Prozent" seiner Aufstiegshelden wiedersehen wird.