Fußball: Kemberg als letzte Chance zum Aufstieg

10.06.2012 21:21 Uhr | Aktualisiert 10.06.2012 21:28 Uhr
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Fußball

Spielbälle liegen auf dem Rasen. (ARCHIVFOTO: DPA)

Von Karl Ebert
Genau wie die Regionalliga-Elf verpatzt auch die Reserve des HFC am vorletzten Spieltag den vorzeitigen Aufstieg. Jetzt muss sie in Kemberg gewinnen.
Halle (Saale)/MZ. 

Beide Mannschaften trennten nur zehn Meter. Unmittelbar nach dem Abpfiff der Verbandsliga-Partie zwischen der Reserve des Halleschen FC und Preussen Magdeburg nahmen die Trainer Carsten Hänsel (HFC) und Dirk Hannemann ihre Schützlinge in einem Kreis vor den Trainerbänken zusammen. Hannemann bedankte sich für den 2:0-Sieg, Platz eins und verabschiedete sich. Schließlich hatte er vor knapp zwei Wochen die Papiere erhalten. Hänsel dagegen richtete seine enttäuschten Spieler wieder auf und erinnerte sie daran, dass sie am letzten Spieltag bei Rot-Weiß Kemberg noch eine zweite Chance zum Oberliga-Aufstieg haben.

Verdiente HFC-Niederlage

Das ist ihr Vorteil, denn die spielfreien Magdeburger müssen dann tatenlos zusehen. "Das wird eine der längsten Wochen in meiner Karriere als Spieler und Trainer", sagte Hannemann, den der Abschied von seinen Preussen nach vier Jahren sichtlich mitgenommen hatte. Ein weiterer Kommentar zum Spiel war dem 41-Jährigen nicht zu entlocken.

Wie begossene Pudel schlichen dagegen die halleschen Spieler vom Platz. Erinnerungen an das Schicksal der ersten Mannschaft wurden wach. Die hatte vor vier Wochen den vorzeitigen Aufstieg in die dritte Liga auch am vorletzten Spieltag verspielt. Nach dem 0:1 beim ZFC Meuselwitz kam es zu einem Endspiel gegen RB Leipzig - mit bekanntermaßen glücklichem Ausgang. Nun litt also auch die Reserve der Rot-Weißen unter dem Meuselwitz-Syndrom.

In einem waren sich beim Gastgeber aber alle einig. "Wir haben zu Recht verloren", sagte David Haider Kamm Al-Azzawe. "Wir sind überhaupt nicht richtig ins Spiel gekommen. Dann machen wir das erste Tor nicht und bekommen einen dummen Gegentreffer. Wir haben keinen guten Fußball gespielt", erklärte der Verteidiger und nahm sich von der Kritik nicht aus. "Ich war am Schwimmfest in der Abwehr genauso beteiligt."

Stattliche Zuschauer-Kulisse

Die Elbestädter begannen das Duell Erster gegen Zweiter vor der für Verbandsliga-Verhältnisse stattlichen Kulisse von 502 Zuschauern engagiert und zogen den Hallensern mit ihrer resoluten Zweikampfführung schnell den Nerv. Vor allem ihre überfallartigen Konter über Nils Oliver Göres und Steve Röhl behagten den Gastgebern überhaupt nicht. Schon nach sieben Minuten sah HFC-Verteidiger Torsten Gundlach nach einem Foulspiel an Röhl die Gelbe Karte. "Das ist nicht gut", sagte da bereits HFC-Profi Marco Hartmann, der die Partie als Zuschauer verfolgte. "Die Abwehr schwimmt. Und wenn man dann so zeitig eine Verwarnung bekommt, nutzt das ein cleverer Gegner brutal aus."

Hartmann sollte Recht behalten. Gundlach wurde von Röhl immer wieder provoziert, handelte sich in einem Kopfballduell mit dem Magdeburger Mittelstürmer zu allem Überfluss noch einen Brummschädel ein und verließ nach 29 Minuten entnervt das Feld. Zu diesem Zeitpunkt führte Preussen nach einem Tor von Göres (23.) bereits.

Gundlachs glückloser Auftritt lähmte das Spiel seiner Teamkollegen noch mehr. Es blieb ideenlos, wenig zielstrebig und harmlos im Angriff. Eine einzige Chance durch Benjamin Knaack (8.) brachte die Hänsel-Elf in den ersten 45 Minuten zustande. Zwölf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Röhl auf 2:0 - die Vorentscheidung.

Hänsel reagierte, brachte mit den A-Junioren Dennis Carl und Kevin Zschimmer zwei frische Kräfte und sah sein Team nun häufiger in Ballbesitz. Plötzlich gab es Chancen. Doch während Knaack (70.) und Zschimmer (78.) an Preussen-Torwart Steven Ebeling scheiterten, traf Marko Trogrlic (71.) das leere Tor nicht. Hänsel war auf der Trainerbank dem Herzinfarkt nah und nach dem Abpfiff stocksauer. "Magdeburg macht aus zwei Chancen zwei Treffer und wir treffen selbst das leere Tor nicht."

Am letzten Spieltag haben noch drei Teams Chancen auf den Aufstieg. Preussen (58 Punkte) muss spielfrei zusehen. Gewinnt der HFC II (56) in Kemberg nicht, kann Union Sandersdorf (55) mit einem Heimsieg gegen die Reserve des 1. FC Magdeburg durch das bessere Torverhältnis gegenüber Preussen an beiden Rivalen vorbeiziehen.