Fußball: Klare Verhältnisse

12.08.2012 19:05 Uhr | Aktualisiert 12.08.2012 22:25 Uhr
Ein Fußball wird umkämpft. (FOTO: DPA) 
Toreschießen lautet die Positionsbeschreibung eines Stürmers. Für das Toreverhindern sind im Normalfall andere verantwortlich. Dass Feldspieler dann notgedrungen in Ausnahmefällen auch das Tor hüten, hat es schon mehrfach gegeben. Meistens ergibt sich diese Situation im Verlauf eines Spiels, weil sich der Torwart verletzt.
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gröbzig/MZ/ck. 

In Gröbzig lief das im Auftaktspiel des Kreispokals am Freitagabend ganz anders ab und sorgte für Überraschung auf Seiten der Gastgeber. "Ein Nico Frauendorf im Tor - Hut ab vor dem, der sich das leisten kann", sagte Daniel Pidde und zeigte sich gleichzeitig beeindruckt. "Ich hatte Reppichau ja schon vorher gesehen, aber das ist wirklich eine sehr starke Mannschaft, vor allem sehr tief besetzt", so der Gröbziger Trainer. Für den war es dann auch keine Schande, dass er zuvor mit seinem Team durch eine 0:2-Niederlage die Segel streichen musste. "Wir haben uns gut dagegengestemmt", so Pidde, "auch in der Pause waren die Spieler noch motiviert und wollten das Spiel drehen." Doch im "Kampf der Systeme" war gegen die Reppichauer nur wenig auszurichten. Dass die Nico Frauendorf im Tor aufboten, hatte auch einen triftigen Grund. "Er musst einspringen, da alle anderen Torhüter verletzt oder nicht spielberichtigt waren", erzählte Denny Richter. Der Reppichauer Trainer spielte in seiner aktiven Zeit selber gegen Frauendorf und wusste, dass dieser auch früher schon öfter mal im Tor gestanden hatte. "Er hat seine Sache mit Bravour gemeistert", so Richter. Wohl dem, der so eine Alternative hat - denn auch im Toreschießen verfügt Nico Frauendorf über bekannte Qualitäten.

Die musste er im Auftakt des Kreispokalwettbewerbes aber gar nicht präsentieren. Für die Reppichauer Treffer zeigten sich Kevin Jersak (0:1, 32.) und Norman Walla (0:2, 53.) verantwortlich. "Gerade beim zweiten Tor haben wir geschlafen", sagte Daniel Pidde, der seiner Mannschaft keine Vorwürfe machen kann. Mit den spielerischen Möglichkeiten der Gäste konnten die Gröbziger ohnehin nicht mithalten. Über den Kampf und die mannschaftliche Geschlossenheit sollte es zum Erfolg gehen. Doch ging diese Rechnung nicht auf, da sich die Reppichauer den entscheidenden Tick cleverer präsentierten. "Im Vergleich zum letzten Duell mit Reppichau in der vorletzten Saison waren nur noch zwei Spieler dabei, die ich kannte", so Pidde, "man sieht, dass dort etwas passiert. Für mich gehört Reppichau zu den Aufstiegskandidaten." Auch wenn Denny Richter das Lob seines Kollegen gerne entgegennimmt, so warnt er doch vor übertriebener Euphorie: "Es war ein gutes Spiel von uns, aber danach kann man noch nicht sagen, dass wir aufsteigen", so der Reppichauer Trainer.

Auf den Boden der Tatsachen wurde sein Team tags darauf zurückgeholt: Im Test gegen Rot-Weiß Thalheim gab es eine 0:3-Niederlage. "Da war die Luft raus", so Richter und blickt mit einem mulmigen Gefühl auf die bevorstehende Aufgabe in Jeßnitz kommenden Samstag: "Das sind keine guten Spiele für einen Trainer. Wir müssen schnell aus den Köpfen rauskriegen, dass das eine leichte Aufgabe wird." Daran gilt es zu arbeiten.