Im Duell mit den meist jüngeren Spielern muss sich Peter Bergk (l.) noch lange nicht verstecken. (FOTO: HERTHA OSTERNIENBURG)
Das Versprechen gab Peter Bergk 1994 - die Einlösung folgte vor der abgelaufenen Saison. Als er den SV Edderitz einst verließ, sagte er, dass er seine Karriere irgendwann dort wieder ausklingen lasse. "Das habe ich damals in Feierlaune gesagt", erzählt Peter Bergk. Bei der Kaderplanung erinnerte sich aber Thomas Fuchs an die Worte und sollte mit seinem Anruf Erfolg haben. "Er war das Beste, was uns in dieser Saison passieren konnte", sagt der Edderitzer Fußball-Abteilungsleiter.
Was er damit meint, wird vor allem bei einer Zahl deutlich: 2700. Sie steht für die maximale Minutenanzahl, die die Spieler in der abgelaufenen Kreisoberligasaison absolvieren konnten - Peter Bergk hat das als einziger geschafft - im Alter von 42 Jahren. "Er ist noch richtig fit und hat eine tolle Ausstrahlung", ist Thomas Fuchs begeistert, "wenn wir noch mehr Elfmeter bekommen hätten, würden wir vielleicht sogar weiter oben stehen", so der Abteilungsleiter. Sechs Elfmeter bekamen die Edderitzer zugesprochen - Peter Bergk verwandelte alle. Und das in einer für ihn ungewohnten Rolle auf dem Feld. "Ich bin eigentlich eher der Spielmacher, aber die Mannschaft hatte keinen Libero", so der 42-jährige Fahrlehrer, "aber das ist für mich gut, weil ich mich da auch mal ausruhen kann."
Peter Bergk ist in seiner Fußballerkarriere schon viel rumgekommen, kickte in der A-Jugend in Halle für die dortige DDR-Oberligamannschaft. Danach habe er sich aber falsch entschieden: Anstatt dort zu bleiben, zog er durch die Gegend, führte mehrere Vereine in die Verbandsliga - auch den VfL Köthen. "Ich war so ein kleiner Wandervogel", erzählt Peter Bergk. Doch diese Zeiten sind mittlerweile vorbei, der "Wandervogel" ist gelandet. In Edderitz.
Von seiner Leidenschaft für den Fußball hat er noch nichts eingebüßt. "Ich bin immer noch fußballverrückt", so der 42-Jährige. Das stellte einmal mehr unter Beweis, als er die letzten sieben Spiele der Hinrunde mit einem gebrochenen Zeh absolvierte. "Wenn ich meine Hochzeit an einem Spieltag gehabt hätte, wäre ich zum Spiel gegangen und danach wieder zurück zur Hochzeit", so Bergk, "aber wir hatten sie damals extra auf einen Freitag gelegt." Im Laufe der Jahre habe er seine Frau auch schon anstecken können. Und die muss sich noch mindestens ein weiteres Jahr Fußball einstellen. "Die nächste Saison spiele ich auf jeden Fall noch", sagt Peter Bergk, "was danach kommt, muss man sehen."
Seine Entscheidung macht er in erster Linie von seinem Körper anhängig. Mit der Fitness habe er keine Probleme, das können die 2700 gespielten Minuten in der abgelaufenen Kreisoberligasaison gut belegen. "Es gab nicht viele Spieler, die schneller waren als ich", so Bergk, "man merkt aber trotzdem, dass man älter wird. Wenn ich heute richtig gespielt habe, brauche ich ungefähr anderthalb Tage, bis ich wieder richtig fit bin." Es sind die kleinen Blessuren, die sich mit zunehmenden Alter natürlich häufen. Doch Peter Bergk steckt diese eben noch weg und ist beileibe nicht der einzige "Oldie", der lange auf dem Feld steht. So hat mit Bernd Hoffmann ein 52-jähriger Spieler 2156 Minuten absolviert. Sicherlich gelten er und Peter Bergk als Ausnahmen, aber auch als Vorzeigespieler für den Nachwuchs.