Fußball-Landesklasse: Das Glück in der 88. Minute

21.05.2012 22:07 Uhr | Aktualisiert 21.05.2012 22:35 Uhr
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David Reza (r.)

David Reza (rechts) führt den Ball. (FOTO: MZ)

Von GOTTFRIED SCHALOW
Die Tränen in Brachstedt sind schnell getrocknet. Nur ein Jahr nach dem unglücklichen Abstieg haben die Blau-Weißen die sofortige Rückkehr in die Landesliga geschafft.
Halle (Saale)/MZ. 

Und das schon vier Spieltage vor Schluss durch einen 1:0-Erfolg beim MSV Eisleben, dem letzten verbliebenen Aufstiegskonkurrenten. David Reza traf in der 88. Minute, zu einer Zeit, als Brachstedt nur noch mit zehn Spielern auf dem Platz war. Christian Müller hatte in der 76. Minute Gelb-Rot gesehen. "Das war dann auch egal, selbst mit einem 0:0 hätten wir leben können. Dann hätten wir eben den Aufstieg am Sonnabend gegen Grüne Tanne Wippra perfekt gemacht", sagt Trainer Maik Scholz sehr gelassen. Nun kann er sich gegen Wippra beruhigt zurücklehnen und gemeinsam mit den Fans ausgiebig feiern.

Zehn lange Jahre ist Scholz nun bei Blau-Weiß Brachstedt, am Anfang noch als Spielertrainer, danach wurde per Handschlag der Vertrag immer wieder verlängert. "Das gilt so lange, bis eine der beiden Seiten nicht mehr will", sagt Scholz. Und der Trainer Scholz will noch lange weitermachen. Jetzt erst recht, der Betriebsunfall aus dem letzten Jahr ist vergessen und Brachstedt will alles tun, um nun in der Landesliga zum Dauergast zu werden.

Die Vorzeichen dafür sind gut, denn die Mannschaft, die den sofortigen Wiederaufstieg bewerkstelligt hat, bleibt komplett zusammen. "Wir hatten in dieser Saison 15 nahezu gleichwertige Spieler. Wir sind von größeren Verletzungen verschont geblieben, aber wir hätten das im Ernstfall auch ausgleichen können", sagt Scholz und spielt damit auf den entscheidenden Unterschied zum Abstiegsjahr an: "Da fehlten uns immer gleich sieben, acht Spieler. Das war am Ende nicht zu lösen."

Jetzt haben die Spieler eine neue Herausforderung. "Die meisten wissen ja aus dem Abstiegsjahr noch selbst. dass sie eine Klasse höher bestehen können. Das ist doch eine Jetzt-erst-recht-Herausforderung", freut sich Scholz. Und er baut darauf, dass der Kader über die Sommerpause noch ein Stück größer wird. "Klar, wir haben was vorzuweisen. Wir sind jetzt auch für neue Spieler interessant. Drei bis vier Verstärkungen können wir schon noch gebrauchen. Wir werden aber deswegen nicht mit dem Geldsack herumlaufen. Den haben wir sowieso nicht", so Scholz über die neue Saison. Das ist Zukunftsmusik. Denn am Sonnabend ist Wippra. Und da wird erst einmal ausgiebig gefeiert.