Fußball-Landesklasse: Kostenlose Lehrvorführung

20.05.2012 19:57 Uhr | Aktualisiert 20.05.2012 20:15 Uhr
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Kopfballduell

Oliver Schmidt (2. v. l.) und Rico von Lachner (r.) erhielten wie die gesamte Schwarz-Gelb-Elf beim 0:6 eine Lehrstunde aus Biere. Hier gewinnt Seb astian Jakobs ein Kopfballduell. Dennis Rönz ( l.) und Nico Kudwin beobachten die Aktion. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER)

Von Carsten Roloff
Für Raimo Lange war das Wochenende nach den zwei Tiefschlägen am Samstag völlig im Eimer. Am Abend verloren die Bayern das Champions League Finale, zuvor hatten seine Schützlinge eine 90-minütige kostenlose Lehrvorführung erhalten.
Bernburg/MZ. 

Für Raimo Lange war das Wochenende nach den zwei Tiefschlägen am Samstag völlig im Eimer. Am Abend verloren die Bayern das Champions League Finale im Elfmeterschießen gegen Chelsea London. Zuvor hatten seine Schützlinge eine 90-minütige kostenlose Lehrvorführung erhalten, anstatt wie bei den starken Auftritten gegen die Spitzenteams SV Lok Aschersleben (1:0) und SV Westerhausen (2:2) das Zünglein an der Waage im Aufstiegskampf in der Landesklasse Staffel 3 zu spielen. Vor heimischer Kulisse erlitt der SV Schwarz-Gelb Bernburg eine 0:6 (0:3)-Klatsche gegen den FSV Blau-Weiß Biere.

Die Gäste katapultierten sich nach dem Kantersieg auf den zweiten Platz hinter Tabellenführer SV Lok Aschersleben, der das Spitzenspiel gegen den bisherigen Zweiten SV Westerhausen mit 4:1 (3:1) zu seinen Gunsten entscheiden konnte.

"Zwar haben uns einige Spieler gefehlt, aber das darf nicht als Ausrede für diese grottenschlechte Leistung gelten. So schwach wie gegen Biere haben wir uns seit der Zugehörigkeit zur Landesklasse noch nie präsentiert", war der scheidende Coach, der nach der Saison den Trainerjob bei den Roschwitzern an den Nagel hängt, nach der höchsten Niederlage in dieser Saison restlos bedient. Nur in der ersten halben Stunde konnten die Bernburger ihrem Kontrahenten die Stirn bieten. Stefan Schliemann und Florian List hatten auch drei gute Möglichkeiten, scheiterten aber am stark haltenden Bierer Schlussmann Thomas Schulze. Innerhalb von vier Minuten machten die Gäste Nägel mit Köpfen. Erst schoss der überragende Stefan König die blau-weiße Elf mit 1:0 in Führung, dann ließ Frank Weinreich SG-Keeper Christian Richter alt aussehen. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte König auf 3:0 für die ganz stark aufspielenden Gäste.

"Biere hat uns innerhalb kürzester Zeit den Zahn gezogen. Das war schon deprimierend. Wir haben gar keine Einstellung zum Gegner gefunden", meinte der Roschwitzer Coach, der zur Pause seine Nummer Eins Christian Richter gegen Philipp Müller austauschte.

Doch auch der Reserve-Keeper wurde von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Die Gastgeber blieben in den meisten Zweikämpfen nur zweiter Sieger und bekamen nach dem Seitenwechsel überhaupt kein Bein mehr auf die Erde. Bieres Keeper Schulze verlebte einen geruhsamen Nachmittag, da sich die Hausherren in den zweiten 45 Minuten nicht eine klare Chance mehr herausspielen konnten.

Dafür schwamm die Roschwitzer Abwehr. Der verbandsligaerfahrene Angreifer Maik Adrian erhöhte vier Minuten nach dem Seitenwechsel auf 4:0. König mit seinem dritten Treffer und Rolf Schulze machten dann das halbe Dutzend voll und für die Hausherren das Debakel perfekt.

"Das war ein kollektiver Blackout der gesamten Truppe. Ich habe keinen Willen und keinen Biss gesehen", ging Lange mit seinen Schützlingen, die sich nicht einmal gegen den drohenden Untergang wehrten, hart ins Gericht. Von ihrer Zielstellung, die beste Manschaft aus dem Altkreis Bernburg in der Staffel 3 zu werden, sind die Schwarz-Gelben nun meilenweit entfernt.

Die Roschwitzer können eher froh sein, dass die Saison fast zu Ende ist und sie genügend Punkte auf dem Konto haben. Gegen Biere präsentierten sich die Saalestädter jedenfalls wie ein Abstiegskandidat und konnten nicht annähernd an ihre starken Auftritte vor heimischer Kulisse anknüpfen. Auswärts klemmt bei den Bernburgern bekanntlicherweise schon seit längerer Zeit die Säge.