Doppeltorschütze Robert Jesswein (r.), hier mit Dessaus Philipp Horn. (FOTO: MZ)
In der ersten Halbzeit setzten die Naumburger ihre Gäste mit kräfteraubendem Pressing derart unter Druck, dass diese in der Abwehr zu manchem Patzer provoziert wurden. Matthias Krause (10.) brachte sein Team - von Rico Dornau mit einer sehenswerten Hackenvorlage in Szene gesetzt und von Sturmkollege Robert Jesswein freigeblockt - früh in Führung und widmete diesen Treffer Co-Trainer Christoph Radig, der am Sonnabend seinen 31. Geburtstag feierte ("Das ist für dich, Meiner!"). Bereits sechs Minuten später legte Jesswein per Freistoß (mit dem linken Fuß links an der Mauer vorbei ins linke untere Eck) das 2:0 nach. Den dritten Gegentreffer der Dessauer 05er verhinderte deren Keeper Georg Melzer, indem er Dornaus Kopfball (29.) aus dem Winkel fischte. Von den Gästen war in der Offensive nichts zu sehen - abgesehen von der Strafstoßchance in der 37. Minute nach einem Handspiel von Florian Stößel, die aber Maximilian Eschner vergab, weil er an Naumburgs gut reagierendem Torwart Torsten Bauer scheiterte.
Was die Gastgeber vor der Pause noch ausgezeichnet hatte, ließen sie nach dem Seitenwechsel fast durchweg vermissen. Es hatte sich ausgepresst, sie standen nun weiter weg vom Gegner, und für Entlastung konnten sie auch nicht mehr sorgen. Ihr Trainer Andreas Pietzonka erklärte dies später mit "Angst vor der eigenen Courage". Nach dem Anschlusstreffer des vom Oberligisten VfL Halle nach Dessau zurückgekehrten Marcel Merkel (54.) bettelten sie förmlich um den Ausgleich. Doch Bauer wuchs bei einer gefährlichen Kopfball-Bogenlampe im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus. Und selbst in Unterzahl (Michael Kaluza hatte wegen Meckerns die Ampelkarte gesehen / 82.) waren die Muldestädter dem zweiten Treffer näher als die Einheimischen dem entscheidenden dritten, weil diese ihre Konterchancen kläglich vergaben. Erst in der Nachspielzeit erlöste Jesswein mit seinem zwölften Saisontor seine Mannschaftskollegen und die Fans der Naumburger. "Der Sieg war wichtig, aber jetzt kommen die Abstiegsduelle mit Stedten, Landsberg und Alsleben", warnt Coach Pietzonka, der am kommenden Wochenende beim SV Romonta allerdings auf die gesperrten Krause und Marcus Lützkendorf (jeweils fünfte Gelbe) verzichten muss.
Naumburg 05:
Bauer - Heldt, Henneberg, Salbach; Lützkendorf, Stößel (74. R. Hagge), Dornau, O. Eschrich, M. Reinicke; Krause (89. Menzel), Jesswein.
Am Sonnabend, 31. März, 15 Uhr, spielen in der Landesliga: Romonta Stedten - Naumburg 05 und Herrengosserstedt - Askania Nietleben.