Herrengosserstedts Kapitän Roberto Haller (oben) war mehrfach mit Kopfbällen gefährlich. (FOTO: TORSTEN BIEL)
Zunächst hatten die Gäste auf dem Halleschen Anger alles im Griff gehabt. Sie ließen sich auch vom frühen Ausscheiden Tim Janickes, der an der Seitenlinie vom übermotivierten Albert Reinicke (5.) weggegrätscht worden war, nicht verunsichern. Janicke musste ins Krankenhaus gebracht werden; seine Verletzung stellte sich zum Glück "nur" als schwere Schulterprellung und Muskelquetschung heraus, wie SGH-Coach Ralph Eschrich berichtete. "Wir hätten zur Pause eigentlich schon mit 3:0 führen können", meinte dieser. Und tatsächlich: Die Herrengosserstedter standen hinten mit dem umsichtigen Libero Serhiy Maherovych sicher, im Mittelfeld zog Telmann Girimchanow gewohnt die Fäden, aber die gefährlichen Kopfbälle von Kapitän Roberto Haller und des früh für Janicke eingewechselten Florian Schlegel brachten ebenso wenig etwas ein wie der Schrägschuss von Stefan Ganzer. So brauchte es eines Patzers von 05-Keeper Torsten Bauer, der in der 30. Minute aus seinem Kasten lief, aber nicht mehr an den Ball kam, den Mychailo Husak dadurch ins Naumburger Tor heben konnte.
Von den Gastgebern war in der ersten Halbzeit bis auf einen Schrägschuss von Martin Pastuschek (32.) nichts zu sehen. Sie versuchten es zu oft monoton mit langen Bällen ins Sturmzentrum. Das war zu wenig, um die sattelfeste SGH-Abwehr in Gefahr zu bringen. Nach dem Seitenwechsel brachten dann zwei Standardsituationen die Wende. Florian Stößel (58. / aus einem Gewühl) und Albert Reinicke (61. / per Kopf) drehten das Ergebnis. Nach einem missglückten Abschlag von Manuel Haller hatte Albert Reinicke (88.) wenig Mühe, alles klar zu machen.
Für jede Menge Gesprächsstoff sorgte die Spielleitung von Melanie Göbel. Besonders die Ampelkarte für den Herrengosserstedter Carsten Krumbholz, der auf glattem Geläuf mit 05-Stürmer Robert Jesswein in die Naumburger Trainerbank gerutscht war, erzürnte den Gästecoach. "Das war völlig überzogen. Sie hätte viel früher bei heftigen Fouls, wie dem Nachtreten von Stößel, reagieren sollen. Dann hätte sie auch nicht so viele Spieler wegen Meckerns verwarnen müssen", ärgerte sich Ralph Eschrich. Dessen Sohn Oliver, im Trikot des Gegners spielend, sah übrigens fünf Minuten nach Krumbholz ebenfalls Gelb-Rot, und der personelle Gleichstand war hergestellt.
Naumburg 05:
Bauer - R. Hagge, Schulze, Henneberg; Stößel, O. Eschrich (78. Gelb-Rot); M. Reinicke, Krause, Pastuschek; A. Reinicke (88. St. Hagge), Jesswein.
Herrengosserstedt:
M. Haller - R. Haller, Maherovych, Krumbholz (73. Gelb-Rot); T. Janicke (5. Schlegel), Spangenberg; Ganzer, Girimchanow, Oberreich; Husak, B. Hackbart.
Am Sonnabend, 19. Mai, 15 Uhr, spielen in der Landesliga, Staffel Süd: Herrengosserstedt - Romonta Stedten und FSV Bennstedt - Naumburg 05.