SG Herrengosserstedt - Romonta Amsdorf 2:6 n.V. (2:1, 2:2). Gegen den Verbandsligisten fehlten den Schützlingen von SGH-Trainer Ralph Eschrich nur wenige Sekunden an einer Überraschung. Nach einer schönen Einzelleistung von Telmann Girimchanow brachte Michael Wille (22.) die Gastgeber in Führung. Amsdorf erhöhte daraufhin den Druck, und Sirko Czarnetzki (33.) scheiterte an der Querlatte. In der Schlussphase der ersten Halbzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst gelang André Müller (44.) der Ausgleichstreffer, aber im direkten Gegenzug überwand Neuzugang Sascha Blaurock (kam aus Kölleda) nach Pass von Girimchanow Romonta-Keeper Robert Hellriegel im Nachschuss zum 2:1. In der 57. Minute kam es zwischen dem Aserbaidschaner Girimchanow und dessen Gegenspieler, der den Herrengosserstedter zuvor ob seiner Herkunft beleidigt hatte, zu einem Wortgefecht. Warum daraufhin Schiedsrichter Martin Beutel (Halle) beiden Akteuren die Rote Karte zeigte, bleibt sein Geheimnis. Blaurock vergab dann eine weitere gute Chance der Gastgeber, ehe auch Andreas Rößler die Macht des Referees zu spüren bekam. Nach einem ganz normalen Zweikampf sah der Herrengosserstedter die Ampelkarte (83.). Auch zu neunt spielten die Platzherren weiter auf Sieg, aber sie sahen sich vom Schiedsrichtergespann ein weiteres Mal benachteiligt. "Es gab überhaupt keinen Grund, fünf Minuten nachspielen zu lassen. Das war eine Frechheit, was uns gegenüber geboten wurde", wurde Coach Eschrich später deutlich. Es sei "viel Aufmerksamkeit" darauf gelegt worden, dass der höherklassige Kontrahent unbedingt die Partie noch gewinnen soll. So kam es, wie es kommen musste: Czarnetzki (90.+4) gelang der späte Ausgleich. Obwohl die angezeigte Nachspielzeit noch nicht vorüber war, pfiff Beutel nach dem Treffer sofort ab.
In der Verlängerung kämpfte der Landesligist in Unterzahl verbissen weiter, doch Robin Scheibe (93.), Müller (97.), Matthias Fengler (116.) und nochmals Czarnetzki (120.) besiegelten die viel zu hohe Niederlage der Herrengosserstedter. "Das hat nichts mehr mit sportlicher Fairness zu tun. Bereits im vergangenen Jahr gegen Oberligist Piesteritz haben wir ähnlich negative Erfahrung gemacht. Mit den Platzverweisen hat man uns gezielt geschwächt. Das hat bei unserem ohnehin kleinen Kader ganz besondere Auswirkungen. Man kann durchaus auch von Betrug reden", so Mannschaftsleiter Jürgen Ifland und Trainer Eschrich übereinstimmend.
Herrengosserstedt:
S. Hackbart - R. Haller, Husak, Rößler (83. Ampelkarte); Schlegel, Wolf, Girimchanow (57. Rote Karte), O. Janicke (96. Braune), Oberreich; Wille (112. Breitfeld), Blaurock.
SV Pouch-Rösa - Naumburger SV 05 5:3 (3:2). Als "total enttäuschend und beschämend" betitelte 05-Trainer Andreas Pietzonka das Auftreten seiner Elf beim Kreisoberligisten. Lediglich Martin Reinicke und mit Abstrichen Matthias Krause hätten in dieser Partie Landesliga-Niveau gehabt. "Wenn wir so auch in der Meisterschaft spielen, werden wir keinen einzigen Punkt holen. Dann müssen neben uns nur noch zwei Absteiger gesucht werden", schimpfte Pietzonka. Dabei schien nach Robert Jessweins Führungstreffer (17.) alles in den erwarteten Bahnen zu laufen, doch schon im Gegenzug gelang den Underdogs nach einer ungeschickten Aktion von Florian Stößel durch einen Freistoß von Nico Böttcher in die Torwartecke der Ausgleich. Vor dem 2:1 (Böttcher / 38.) hob Stürmer (!) Mahmoud Ajo das Abseits auf, und vor dem 3:1 durch Steven Wittek (45.) rutschte Manndecker Carsten Krumbholz aus. Krauses abgefälschter Freistoß zum 3:2 in der 49. Minute brachte Hoffnung, die unerfüllt blieb. Den vierten Treffer der Platzherren (Wittek / 80.) bereiteten die 05-Verteidiger Henneberg, Heldt und Krumbholz vor, "indem sie nicht mehr als Slalomstangen waren", wie es ihr Coach formulierte. "Das einzig Positive war", so Pietzonka, "dass wir nach mehr als einem Jahr mal wieder einen Strafstoß verwandelt haben." Dies gelang Kapitän Krause (84.) nach einem Foul an Jesswein, aber auch dieser Treffer war ohne Wert, denn in der Schlussminute machte Mario Andres den 5:3-Sieg des Außenseiters perfekt. "Das Schlimmste ist, dass dieser Erfolg völlig verdient war und dass Pouch-Rösa aber auch nicht mehr als Kreisoberliga-Format hatte. Da kann man sich vorstellen, wie schlecht wir waren", meinte Andreas Pietzonka resignierend.
Naumburg 05:
Sakowitz - R. Hagge (35. Heldt), Henneberg, Krumbholz; Stößel, Lützkendorf; M. Reinicke, Krause, Lehwald (39. Pieper); Ajo, Jesswein.